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Autoreneintrag · Zygmunt Krasiński
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Porträt Zygmunt Krasiński
Zygmunt Krasiński
1812 – 1859
– Autorenporträt –

Zygmunt Krasiński

1812 – 1859 · 47 Jahre

Polnischer Dichter der Romantik, der neben Mickiewicz und Słowacki zu den „Drei Barden“ zählt und das Nationalbewusstsein im geteilten Polen prägte.

Kurzbiografie↑

Zygmunt Krasiński (1812–1859) war ein polnischer Dichter der Romantik. Er war eines der bekanntesten Mitglieder der Adelsfamilie Krasiński. Gemeinsam mit Adam Mickiewicz und Juliusz Słowacki zählt er zu den sogenannten Drei Barden. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der polnischen Romantik. In der Zeit des geteilten Polen hatte er maßgeblichen Einfluss auf das polnische Nationalbewusstsein. Geboren und gestorben ist er in Paris. Große Teile seines Lebens verbrachte er auf Reisen durch Europa.


Biografie↑

Geboren wurde Krasiński am 19. Februar 1812 in Paris, als Spross einer polnischen Magnatenfamilie. Sein Vater Wincenty Krasiński diente als General unter Napoleon und kommandierte das polnische Lanzenreiter-Regiment. Nach dem Ende der napoleonischen Kriege wandte er sich aber zum loyalen Unterstützer der russischen Zaren. Seine Mutter, Maria Radziwiłł, starb 1822.

1827 begann Krasiński ein Studium der Rechtswissenschaften in Warschau. Dort entstanden auch seine ersten Erzählungen. 1829 wurde er jedoch der Universität verwiesen. Auslöser war ein eskalierter Streit mit Kommilitonen. Zuvor hatte er sich unter dem Einfluss seines Vaters geweigert, an einer patriotischen Demonstration teilzunehmen. Daraufhin unternahm er seine erste Auslandsreise und begleitete seinen Vater bei einem diplomatischen Auftrag nach Wien. Sein Studium setzte er in Genf fort. Dort lernte er unter anderem Adam Mickiewicz kennen. Mit Mickiewicz unternahm er eine Alpenwanderung. Die Bekanntschaft erweiterte seinen geistigen Horizont und beeinflusste sein künstlerisches Schaffen. Die meisten polnischen Emigranten lebten in schwierigen Verhältnissen. Krasiński dagegen war als Graf in der europäischen Aristokratie anerkannt und durch seine Familie finanziell abgesichert.

In den folgenden Jahren reiste er viel. Eine erste Reise von Genf aus führte ihn nach Mailand, Florenz und Rom. In Rom erfuhr er vom Ausbruch des Novemberaufstands und brach daraufhin seine Reise ab. Sein Vater verbot ihm jedoch die Teilnahme am Aufstand. Das löste bei Krasiński massive Schuldgefühle aus. 1832 reiste er nach Polen und besuchte unter anderem das väterliche Gut in Opinogóra Górna. Sein Vater sah eine diplomatische Laufbahn für ihn vor. Mit ihm fuhr er nach Sankt Petersburg zu einer Audienz bei Zar Nikolaus. Um diese Pläne zu durchkreuzen, reiste er 1834 über Krakau, Wien und Venedig nach Rom. Dort hatte er eine zwei Jahre andauernde Affäre mit der verheirateten Joanna Bobrowa. 1836 lernte er Juliusz Słowacki kennen.

Auf einer Reise nach Neapel lernte er 1838 die ebenfalls verheiratete Gräfin Delfina Potocka kennen. Die langjährige Romanze mit ihr wurde zur Inspiration zahlreicher seiner Werke. Erhalten ist zudem ein sehr umfangreicher Briefwechsel. Auf Wunsch des Vaters hielt er 1840 um die Hand von Eliza Branicka an. 1843 heiratete er sie. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Während eines längeren Aufenthalts in Rom lernte er 1848 Cyprian Kamil Norwid kennen, den er finanziell unterstützte. Dort traf er auch wieder auf Mickiewicz. Den Revolutionen von 1848/1849 stand er skeptisch gegenüber. Im Geiste seines Vaters blieb er zeitlebens ausgesprochen konservativ und glaubte an die gesellschaftliche Führungsrolle des Adels.

Seit seiner Jugend hatte Krasiński erhebliche gesundheitliche Probleme und litt zunehmend unter Augenkrankheiten. 1857 verschlechterte sich sein Zustand erheblich. Nach dem Tod seines Vaters im November 1858 wurde er kritisch. Er starb am 23. Februar 1859 in Paris und wurde im Familiengrab in Opinogóra Górna beigesetzt.


Literarische Merkmale↑

Krasiński gehört zu den prägenden Stimmen der polnischen Romantik. Seine Begegnungen mit Mickiewicz und Słowacki sowie die geistigen Anregungen seiner Reisen flossen in sein künstlerisches Schaffen ein. Besonders die langjährige Romanze mit Delfina Potocka wurde zur Inspirationsquelle für zahlreiche Werke. Er war durchweg konservativ geprägt und hielt an der Vorstellung einer gesellschaftlichen Führungsrolle des Adels fest. Diese Haltung verdankte er seinem Vater und bewahrte sie sein ganzes Leben hindurch.


Rezeption↑

Gemeinsam mit Adam Mickiewicz und Juliusz Słowacki wird Krasiński zu den Drei Barden gezählt. Diese Dichter gelten als zentrale Gestalten der polnischen Romantik. Als einer ihrer wichtigsten Vertreter übte er maßgeblichen Einfluss auf das polnische Nationalbewusstsein in der Zeit der Teilungen aus. Unter den Mitgliedern der Adelsfamilie Krasiński zählt er zu den bekanntesten.

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