1874 – 1936
G. K. Chesterton
Kurzbiografie↑
Gilbert Keith Chesterton, meist als G. K. Chesterton bekannt, war ein englischer Schriftsteller und Journalist. Er wurde 1874 im Londoner Stadtteil Kensington geboren und starb 1936 in Beaconsfield. Bis heute ist er vor allem durch seine Detektivgeschichten um die Figur Pater Brown bekannt, einen katholischen Priester als Ermittler. Chesterton arbeitete über Jahrzehnte als Kolumnist, Kritiker und Essayist. 1922 trat er zur römisch-katholischen Kirche über, ein Schritt, der auch sein Werk prägte.
Biografie↑
Geboren wurde Chesterton 1874 in Campden Hill im Londoner Stadtteil Kensington, als Sohn eines Londoner Häusermaklers. Die Familie war protestantischen Glaubens und gehörte der Gemeinschaft der Unitarier an. Erzogen wurde er an der St Paul's School. Anschließend besuchte er die Slade School of Art, um Illustrator zu werden. Zusätzlich hörte er Vorlesungen der Literaturwissenschaft am University College London, erwarb dort aber keinen Abschluss.
Von 1896 bis 1902 arbeitete Chesterton für die Londoner Verlage Redway sowie T. Fisher Unwin. In diese Zeit fällt seine erste journalistische Arbeit als freiberuflicher Kunst- und Literaturkritiker. 1901 heiratete er Frances Blogg. Ein Jahr später erhielt er eine wöchentliche Kolumne in der Daily News. 1905 kam eine weitere wöchentliche Kolumne in The Illustrated London News hinzu, für die er in den folgenden dreißig Jahren schrieb.
Nach eigenen Angaben faszinierte ihn das Okkulte. Gemeinsam mit seinem Bruder Cecil experimentierte er mit dem Ouija-Brett. Später wandte er sich wieder dem Christentum zu, was 1922 zu seinem Eintritt in die römisch-katholische Kirche führte.
Chesterton war etwa 1,93 Meter groß und wog um die 134 Kilogramm. Sein Bauchumfang war Gegenstand bekannter Anekdoten. So soll er zu seinem Freund George Bernard Shaw gesagt haben: „To look at you, anyone would think there was a famine in England.“ Shaw gab zurück: „To look at you, anyone would think you caused it.“ Gewöhnlich trug Chesterton ein Cape und einen zerdrückten Hut, dazu einen Stockdegen, und ließ eine Zigarre aus dem Mund hängen. Oft vergaß er, wohin er wollte, und verpasste den Zug, der ihn dorthin bringen sollte. Berichtet wird, dass er seiner Frau von entfernten Orten Telegramme schickte wie „Am at Market Harborough. Where ought I to be?“, worauf sie antwortete: „Home“.
Von 1930 bis 1936 war Chesterton Präsident des Detection Club, einer Vereinigung von Kriminalautoren, die Regeln für einen fairen Kriminalroman aufstellten. Papst Pius XI. verlieh ihm 1934 den Gregoriusorden. Chesterton starb 62-jährig am 14. Juni 1936 in seinem Haus in Beaconsfield in Buckinghamshire. Die Homilie bei seiner Totenmesse in der Westminster Cathedral hielt Ronald Knox. Begraben wurde er auf dem katholischen Friedhof in Beaconsfield. Im August 2013 wurde in seinem Heimatbistum Northampton ein Seligsprechungsprozess auf diözesaner Ebene eröffnet. 2019 teilte Bischof Peter Doyle jedoch mit, dass das Verfahren nicht weiter verfolgt werde.
Literarische Merkmale↑
Chesterton arbeitete über viele Jahre als Kolumnist, Kunst- und Literaturkritiker und Essayist. Seine bekannteste literarische Form waren die Detektivgeschichten um den ermittelnden Priester Pater Brown. Als Präsident des Detection Club war er in eine Bewegung eingebunden, die Wert auf einen fairen Kriminalroman mit nachvollziehbaren Regeln legte.
Rezeption↑
Bekannt ist Chesterton bis heute vor allem durch seine Detektivgeschichten um die Figur Pater Brown. Von 1930 bis 1936 stand er dem Detection Club vor, einer Vereinigung von Kriminalautoren. Seine Verbundenheit mit der katholischen Kirche wirkte über seinen Tod hinaus: 2013 wurde in seinem Heimatbistum Northampton sogar ein Seligsprechungsprozess eröffnet, der 2019 allerdings nicht weiterverfolgt wurde.
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