1921 – 1977
James Jones
Kurzbiografie↑
Amerikanischer Erzähler des Zweiten Weltkriegs, das ist James Jones (1921–1977). Als junger Soldat erlebte er den Angriff auf Pearl Harbor und kämpfte auf Guadalcanal; diese Erfahrungen wurden zum Stoff seines Werks. In einer Romanreihe über den Pazifikkrieg schilderte er den Alltag der einfachen Soldaten. Sein bekanntestes Buch ist der Roman Verdammt in alle Ewigkeit, der 1951 erschien und später verfilmt wurde. Jones starb 1977 auf Long Island.
Biografie↑
Geboren wurde James Ramon Jones am 6. November 1921 in Robinson, Illinois, als Sohn von Ramon Jones (1886–1942) und dessen Frau Ada Blessing Jones (1888–1941). Nach dem Highschool-Abschluss in seiner Heimatstadt trat er 1939, mit siebzehn Jahren, der US-Armee bei. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der 25. Infanterie-Division, die in den Schofield Barracks auf Hawaii stationiert war. Dort erlebte er am 7. Dezember 1941 den japanischen Angriff auf Pearl Harbor. In den Jahren 1942 und 1943 kämpfte er in der Schlacht um Guadalcanal, wo er im Januar 1943 verwundet wurde. Er kam in das Kennedy Veterans Hospital, ein Militärkrankenhaus in Memphis, und wurde 1944 aus der Armee entlassen.
Anfang 1945 zog Jones nach New York und studierte an der New York University. Dort lernte er Maxwell Perkins kennen, Lektor beim Verlag Charles Scribner's Sons. Perkins ermutigte ihn, einen Roman über seine Kriegserlebnisse zu schreiben. Aus dieser Anregung ging 1951 Verdammt in alle Ewigkeit hervor.
Im Jahr 1957 heiratete Jones die Schauspielerin Gloria Mosolino (1928–2006). Zwei Jahre später übersiedelte das Paar nach Paris. Dort kam 1960 die Tochter Kaylie Jones zur Welt. Sie veröffentlichte später einen autobiographischen Roman über das Familienleben in Paris bis zum Tod des Vaters, der unter dem Titel A Soldier's Daughter Never Cries erschien und 1999 auf Deutsch als Die Zeit der Jugend herauskam. James Ivory verfilmte das Buch 1998, mit Kris Kristofferson in der Rolle des Vaters, der im Film Bill Willis heißt.
Im Mai 1968 wurde Jones Zeuge der Pariser Studentenunruhen. Er machte sie zum Thema seines Romans The Merry Month of May, der 1971 erschien und auf Deutsch als Mai in Paris herauskam. Anfang 1973 unternahm er eine Reportage-Reise nach Vietnam und veröffentlichte anschließend das Viet Journal.
Im Juli 1974 kehrte Jones mit seiner Familie in die USA zurück. In Miami übernahm er einen einjährigen Lehrauftrag an der Florida International University. Im Jahr darauf erwarb er ein Haus in Sagaponack auf Long Island, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Er starb 1977, mit 55 Jahren, an einer Herzinsuffizienz.
Literarische Merkmale↑
Seine eigenen Kriegserlebnisse bildeten den Kern von Jones' Erzählen. Der Angriff auf Pearl Harbor lieferte die Rahmenhandlung für Verdammt in alle Ewigkeit. Die Schlacht um Guadalcanal schilderte er in Insel der Verdammten. Die Nachwehen des Krieges behandelte schließlich der Roman Die Heimkehr der Verdammten, der 1979 nach seinem Tod erschien.
Diese drei Romane bilden eine Trilogie über den Pazifikkrieg. Sie sind durch die Schilderung ähnlicher Charaktere miteinander verknüpft, so dass sich ein Gesamtbild dieses Krieges ergibt. Den letzten Teil konnte Jones nicht mehr vollenden. Bei seinem Tod lagen knapp 31 der 34 Kapitel vor. Nach schriftlichen Notizen und Tonbandaufzeichnungen des Autors stellte Willie Morris das Manuskript fertig, dem Willen von James Jones entsprechend.
Rezeption↑
Weite Verbreitung fanden Jones' Romane vor allem durch das Kino. Verdammt in alle Ewigkeit verfilmte Fred Zinnemann 1953; 1979 folgte eine Fernseh-Fassung unter der Regie von Buzz Kulik. Der Roman Die Entwurzelten kam 1958 unter dem Titel Verdammt sind sie alle in die Kinos, inszeniert von Vincente Minnelli.
Auch der Guadalcanal-Roman wurde zweimal verfilmt. Eine erste Fassung drehte Andrew Marton 1963. Bekannter wurde die zweite Verfilmung von Terrence Malick aus dem Jahr 1998, die unter dem Titel Der schmale Grat lief. Auf diese Weise blieben Jones' Bücher über seinen Tod hinaus in der Öffentlichkeit gegenwärtig.
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