1867 – 1957
Laura Ingalls Wilder
Kurzbiografie↑
Aus den Erinnerungen an eine Kindheit im amerikanischen Westen entstand eine der bekanntesten Kinderbuchreihen der Vereinigten Staaten. Laura Ingalls Wilder wurde 1867 in Pepin im Bundesstaat Wisconsin geboren und starb 1957 in Mansfield in Missouri. Zwischen 1932 und 1943 veröffentlichte sie ihre autobiografischen Romane, die als Reihe Little House on the Prairie bekannt wurden. In den 1970er Jahren machte eine Fernsehserie den Stoff auch in Deutschland populär, dort unter dem Titel Unsere kleine Farm. 1954 erhielt Wilder den erstmals vergebenen und nach ihr benannten Preis der American Library Association.
Biografie↑
Geboren wurde Laura Elizabeth Ingalls am 7. Februar 1867 in Wisconsin. Sie war die zweite Tochter von Charles Phillip Ingalls und Caroline Lake Quiner, die am 1. Februar 1860 geheiratet hatten. Drei weitere Töchter kamen zur Welt: Mary, Carrie und Grace. Ein Sohn, Charles Frederick, genannt Freddy, starb neun Monate nach seiner Geburt.
Die Kindheit war von häufigen Umzügen der Familie geprägt. 1879 erblindete die ältere Schwester Mary. Laura nahm sich daraufhin vor, selbst Geld zu verdienen, damit Mary ein College besuchen konnte. Wie schon ihre Mutter legte sie die Lehrerinnenprüfung ab.
Am 25. August 1885 heiratete sie den Farmer Almanzo Wilder, der knapp zehn Jahre älter war als sie. Er hatte lange um sie werben müssen, bevor sie einwilligte. Obwohl sie selbst auf einer Farm aufgewachsen war, schreckte sie das Leben als Farmersfrau. Almanzo schlug ihr vor, dieses Leben zunächst vier Jahre lang zu erproben.
Am 5. Dezember 1886 wurde die einzige Tochter Rose Wilder Lane geboren, die später ebenfalls schrieb. Ein Sohn starb 1889 kurz nach der Geburt; einen Namen erhielt er nicht. Die vier Probejahre auf der Farm brachten Schlag auf Schlag: Ein Unfall setzte das Haus in Brand, es brannte nieder, und kurz darauf erkrankten Laura und Almanzo beide an Diphtherie.
Wie sie es sich lange gewünscht hatte, zog die Familie schließlich nach Westen, um neu anzufangen. 1894 ließen sich Laura, Almanzo und Rose in Mansfield nieder. Dort kauften sie eine Farm, die sie Rocky Ridge Farm nannten. Beide arbeiteten hart.
Ihre Bücher erschienen zwischen 1932 und 1943, als sie längst eine ältere Frau war. In ihren Erzählungen bezog sie immer wieder Stellung zu gesellschaftlichen und ethischen Fragen. Ihre Haltung war von einer tiefen, zugleich pragmatischen Gläubigkeit bestimmt. Eine Fortschrittliche im herkömmlichen Sinn war sie nicht, doch blieb sie offen für Neues. Dass ihre Tochter Rose zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kontakt zu Suffragetten pflegte, machte ihr offenbar keine großen Schwierigkeiten.
Almanzo Wilder starb 1949. Laura überlebte ihn um acht Jahre. Sie starb am 10. Februar 1957 in Mansfield, drei Tage nach ihrem 90. Geburtstag.
Literarische Merkmale↑
Wilders Bücher sind autobiografische Romane: Sie erzählt darin ihr eigenes Leben, in eine Form gebracht, die Kinder lesen können. Der Stoff ist das Alltägliche des Siedlerlebens im amerikanischen Westen. Immer wieder nimmt sie darin auch zu gesellschaftlichen und ethischen Fragen Stellung. Wie sie über die Dinge urteilt, ist von einer festen, aber praktisch gesinnten Gläubigkeit bestimmt.
Rezeption↑
Anerkennung fand Wilder schon zu Lebzeiten. 1954 verlieh ihr die American Library Association einen neu geschaffenen Preis für Verdienste um die Kinderliteratur, der ihren Namen trug: den Laura Ingalls Wilder Award. 2018 wurde er in Children's Literature Legacy Award umbenannt. Vorausgegangen war eine Untersuchung, die in Wilders Büchern Hinweise auf rassistische Stereotype feststellte. Wilder selbst hatte noch zu Lebzeiten eine Stelle in Little House on the Prairie geändert. Dort hieß es zunächst, in Kansas habe es „no people, only Indians“ gegeben, also „keine Menschen, nur Indianer“. Die Stelle lautet seither „no settlers, only Indians“, also „keine Siedler, nur Indianer“.
In den 1970er Jahren wurde die Reihe als Fernsehserie verfilmt, die im deutschen Sprachraum als Unsere kleine Farm lief. In den Vereinigten Staaten tragen zahlreiche Schulen, Bibliotheken und Straßen ihren Namen. 1991 wurde der Asteroid (4875) Ingalls nach ihr benannt. Es gibt viele Laura-Ingalls-Wilder-Gesellschaften, vor allem in den USA, aber etwa auch in Japan. In einer Aufstellung vom 2. April 2015 zählte die BBC Little House on the Prairie zu den elf bedeutendsten Kinderbüchern.
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