1920 – 1986
Frank Herbert
Kurzbiografie↑
Frank Herbert war ein amerikanischer Schriftsteller, der vor allem durch seinen Romanzyklus Dune bekannt wurde. Geboren 1920 in Tacoma im US-Bundesstaat Washington, arbeitete er lange als Journalist, bevor sich sein literarischer Durchbruch einstellte. Der erste Band erschien 1965 und wurde im Jahr darauf sowohl mit dem erstmals vergebenen Nebula Award als auch mit dem Hugo Award ausgezeichnet. Der Zyklus verkaufte sich über zwölf Millionen Mal und wurde mehrfach verfilmt. Herbert starb 1986 in Madison im Bundesstaat Wisconsin.
Biografie↑
Geboren wurde Frank Patrick Herbert am 8. Oktober 1920 in Tacoma im US-Bundesstaat Washington. Nach eigener Aussage wollte er schon zu seinem achten Geburtstag Schriftsteller werden. Seine Familie lebte allerdings in Armut, und dieser Wunsch schien zunächst kaum erfüllbar.
Mit 18 Jahren zog Herbert zu Verwandten nach Salem im Bundesstaat Oregon. Dort beendete er die Schule und begann als freier Journalist zu arbeiten. Um überhaupt an Aufträge zu kommen, fälschte er unter anderem seine Papiere, damit er älter wirkte.
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er zur Marine eingezogen und dort als Fotograf eingesetzt. 1940 heiratete er seine erste Frau, Flora Parkinson. Die Ehe hielt nur fünf Jahre.
1946 studierte Herbert an der Universität von Washington. In einem Seminar für kreatives Schreiben lernte er dort seine zweite Frau kennen, Beverly Ann Stuart. Aus dieser Verbindung gingen zwei Söhne hervor. Der 1947 geborene Brian wurde später ebenfalls Schriftsteller. Das Studium brach Herbert bald ab. In Seattle arbeitete er wieder als Journalist für verschiedene Tageszeitungen. Nebenbei schrieb er erste Kurzgeschichten, die unter anderem im Esquire und in verschiedenen Pulpmagazinen erschienen.
Sechs Jahre lang recherchierte und schrieb Herbert an seinem großen Wüstenroman. Einen Verleger zu finden erwies sich als mühsam: Zwanzig Absagen musste er hinnehmen. 1965 erschien Dune schließlich bei Chilton, einem Verlagshaus, das sonst vor allem Ratgeber herausbrachte. Damit begann seine literarische Laufbahn. Das Buch erhielt 1966 den erstmals vergebenen Nebula Award und den Hugo Award. Auf Deutsch wurde es 1967 als Der Wüstenplanet veröffentlicht.
In den folgenden Jahren führte Herbert die Geschichte in weiteren Bänden fort. Es erschienen Dune Messiah (1969), Children of Dune (1976), God Emperor of Dune (1981), Heretics of Dune (1984) und Chapterhouse Dune (1985). Daneben entstanden weitere Romanreihen und Einzelwerke. Zum Caleban-Zyklus gehören zwei Kurzgeschichten sowie die Romane Whipping Star (1970) und The Dosadi Experiment (1977). Den sogenannten Schiff-Zyklus schrieb er teilweise gemeinsam mit Bill Ransom. Zu Herberts weiteren Büchern zählen The Green Brain, The Santaroga Barrier, Soul Catcher, Hellstrom's Hive und The White Plague.
Ab 1970 unterrichtete Herbert als Dozent an der Universität von Washington. 1972 gab er die Nebentätigkeiten auf und lebte fortan ganz vom Schreiben. Seit etwa 1980 besaß er neben seinem Wohnsitz im Bundesstaat Washington auch ein Haus auf Hawaii. Bis in die 1980er Jahre hinein blieb er ausgesprochen produktiv.
Im Februar 1984 starb seine Frau Beverly. Ende 1985 heiratete Herbert seine dritte Frau, Theresa Shackleford. Nur wenige Monate später starb er selbst, am 11. Februar 1986 in Madison im Bundesstaat Wisconsin, im Alter von 65 Jahren. Todesursache war Bauchspeicheldrüsenkrebs. Am siebten und letzten Band seines Wüstenzyklus hatte er zu diesem Zeitpunkt noch gearbeitet.
Literarische Merkmale↑
Kennzeichnend für Herberts Schreiben ist die Verbindung sehr unterschiedlicher Wissensgebiete. In Dune verknüpft er Fragen der Ökologie mit philosophischen, politischen und sozialen Überlegungen. Der Roman ist damit weit mehr als eine Abenteuergeschichte auf einem fremden Planeten.
Hinzu kommt eine besondere Erzähltechnik: Herbert baut seine Handlung aus den Blickwinkeln verschiedener Figuren auf und verflicht diese Perspektiven miteinander. Dieses Verfahren behielt er auch in seinen späteren Büchern bei. Charakteristisch ist zudem, wie dicht und intensiv seine Bücher gearbeitet sind, und wie ausdauernd er sich mit dem menschlichen Leben und mit komplexen Ideen auseinandersetzt.
Viele seiner Romane erschienen zunächst als Fortsetzungsromane in Magazinen wie Analog, Galaxy oder Amazing und wurden erst danach als Buch veröffentlicht. Einzelne Texte überarbeitete Herbert für die Buchausgabe, mitunter erheblich. So erschien Destination: Void 1978 in einer umfangreich neu bearbeiteten Fassung.
Rezeption↑
Der erste Band von Dune wurde mit mehreren angesehenen Preisen ausgezeichnet, darunter 1966 der Nebula Award und der Hugo Award. Der Zyklus wurde in viele Sprachen übersetzt und verkaufte sich über zwölf Millionen Mal. Er gilt als Herberts wichtigstes Werk.
Auch das Kino griff den Stoff mehrfach auf. 1984 verfilmte David Lynch den Roman für die Leinwand. 2000 folgte eine Neuverfilmung von John Harrison für das Fernsehen. Denis Villeneuve brachte den Stoff schließlich als zweiteiligen Kinofilm in die Kinos, 2021 und 2024.
Nach Herberts Tod führten sein Sohn Brian Herbert und Kevin J. Anderson die Reihe fort. Auf der Grundlage von Aufzeichnungen und Fragmenten schrieben sie mehrere Romane, die in der Vorgeschichte angesiedelt sind, und schlossen den Zyklus 2007 ab. Der geplante siebte Band erschien in zwei Teilen, 2007 und 2008. Viele Leser sehen darin eine Abkehr von Herberts eigener Art zu schreiben: Der Stil dieser Bücher wirkt weniger dicht, Abenteuerelemente treten stärker hervor.
Herberts Werk fand früh Eingang in die Nachschlagewerke des Genres, etwa in Reclams Science-fiction-Führer und in das Lexikon der Science Fiction Literatur. Es liegen mehrere Monographien über ihn vor, unter anderem eine Biographie seines Sohnes Brian Herbert unter dem Titel Dreamer of Dune. 2006 wurde Frank Herbert postum in die Science Fiction Hall of Fame aufgenommen.
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