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Porträt Almeida Garrett
Almeida Garrett
1799 – 1854
– Autorenporträt –

Almeida Garrett

1799 – 1854 · 55 Jahre

Portugiesischer Dichter, Dramatiker und Politiker des 19. Jahrhunderts, der vor allem in Poesie und Theater wirkte und das portugiesische Nationaltheater mitbegründete.

Kurzporträt

João Baptista da Silva Leitão de Almeida Garrett wurde am 4. Februar 1799 in Porto geboren und starb am 9. Dezember 1854 in Lissabon. Er zählt zu den prägenden Gestalten der portugiesischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Er war Romanschriftsteller, Dichter, Dramatiker und Politiker zugleich. Mit großem und flexiblem Talent bewegte er sich in allen literarischen Gattungen. Sein Einfluss auf die portugiesische Literatur gilt als beachtlich. Noch die jüngeren Generationen lasen, studierten und achteten ihn. Berühmt wurde sein Name vor allem durch die Poesie und das Theater. Daneben übte er hohe politische Ämter aus. Er war Botschafter und 1852 Außenminister.


Biografie

Almeida Garrett wurde am 4. Februar 1799 in Porto geboren. Er studierte Jura an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Coimbra. Schon früh versuchte er sich mit Erfolg in den verschiedensten Literaturgattungen. Sein vollständiger Name lautete João Baptista da Silva Leitão de Almeida. Später trug er den Titel eines Visconde de Garrett.

Neben seinem literarischen Werk verfolgte er eine bedeutende politische Laufbahn. Von 1834 bis 1836 war er erster Botschafter Portugals in Belgien. Im Jahr 1852 amtierte er als portugiesischer Außenminister. Einige seiner Reden vor dem Parlament wurden berühmt. Man darf annehmen, dass er nicht nur die treffenden Worte fand, sondern sie auch wirkungsvoll vorzutragen wusste. Seine Rolle als Politiker galt als nicht weniger ansehnlich als die des Schriftstellers.

Eine besondere Verdienste erwarb er sich um das portugiesische Theaterwesen. Im Jahr 1836 beauftragte ihn die Regierung mit der Gründung eines Nationaltheaters und einer Theaterschule. Daraus gingen das Teatro Nacional D. Maria II. und das Nationalkonservatorium hervor. Dieses besteht heute als Escola Superior de Teatro e Cinema fort.

Sein literarisches Schaffen war umfangreich und vielseitig. Es umfasste neben zahllosen politischen, historischen und diplomatischen Schriften auch kritische Abhandlungen. Zu seinen Romanen zählt O Arco da Sant' Ana, dessen erster Teil 1845 und dessen zweiter Teil 1850 erschien, sowie Helena. Als Dichter trat er unter anderem mit Lucrécia (1819), Camões (1825), Dona Branca (1826) und Folhas caídas (1853) hervor. Weitere Gedichtsammlungen waren Adosinda, Lírica de João Mínimo und Flores sem Fruto.

Für die Bühne schuf er Tragödien wie Catão und Mérope sowie Dramen wie Um Auto de Gil Vicente (1838) und O Alfageme de Santarém (1842). Als sein Hauptwerk gilt das Drama Frei Luís de Sousa (1844). Es wurde später verfilmt: 1950 unter demselben Titel und 2001 als Quem És Tu?. Daneben verfasste er Komödien wie Filipa de Vilhena (1838), A Sobrinha do Marquês und As Profecias do Bandarra. Eine Sonderstellung nimmt der Reisebericht Viagens na minha Terra (1846) ein. In Paris erschien 1826 zudem die Anthologie Parnaso lusitano.

Almeida Garrett starb am 9. Dezember 1854 in Lissabon.


Literarische Merkmale

Vielseitigkeit kennzeichnete sein Schaffen. Almeida Garrett betätigte sich mit großem und flexiblem Talent in allen Literaturgattungen, vom Roman über die Lyrik bis zu Tragödie, Drama und Komödie. Seine Unsterblichkeit erlangte er nach einhelligem Urteil vor allem in der Poesie und im Theater.


Rezeption

Beachtlich war und ist sein Einfluss auf die portugiesische Literatur. Unter den großen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts gilt er als derjenige, der auch von den jüngeren Generationen am meisten gelesen, studiert und geachtet wurde. Sein Drama Frei Luís de Sousa wird als Hauptwerk angesehen. Es fand bis ins 20. und 21. Jahrhundert Beachtung, wie die Verfilmungen von 1950 und 2001 belegen. Auch als Politiker und Redner genoss er hohes Ansehen. Einige seiner Parlamentsreden wurden berühmt. Mit der Gründung des Nationaltheaters und der Theaterschule wirkte er zudem nachhaltig auf das portugiesische Bühnenwesen. Dessen Einrichtungen bestehen bis heute fort.

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