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Porträt Miles Franklin
Miles Franklin
1879 – 1954
– Autorenporträt –

Miles Franklin

1879 – 1954 · 74 Jahre

Australische Erzählerin, die mit zwanzig Jahren den Roman „My Brilliant Career“ schrieb und aus deren Nachlass bis heute ein angesehener australischer Literaturpreis finanziert wird.

Kurzbiografie↑

Stella Maria Sarah Miles Franklin, bekannt als Miles Franklin, wurde 1879 in Talbingo im australischen Bundesstaat New South Wales geboren. Bereits mit zwanzig Jahren beendete sie ihren ersten Roman My Brilliant Career, der 1901 in London erschien, weil sich in Australien kein Verlag fand. Ihr Leben führte sie über Chicago und London wieder zurück nach Sydney, wo sie zu einer wichtigen Stimme des dortigen Literaturbetriebs wurde. Sie war überzeugt, dass die australische Literatur eigene Wege gehen müsse, und förderte junge Autoren. Aus ihrem Nachlass wird bis heute jährlich der Miles Franklin Literary Award vergeben.


Biografie↑

Geboren wurde Miles Franklin am 14. Oktober 1879 in Talbingo in New South Wales. Sie war die älteste Tochter von John Maurice Franklin und Margaret Susannah Helena Franklin. Zwei Jahre arbeitete sie als Gouvernante. Danach vollendete sie mit zwanzig Jahren ihren ersten Roman My Brilliant Career.

Ein australischer Verlag lehnte das Buch ab. So dauerte es zwei weitere Jahre, bis es 1901 in London erschien. In Australien pflegte Franklin enge Kontakte zu anderen Schriftstellern des Landes, unter ihnen Joseph Furphy und Henry Lawson. Daneben arbeitete sie als freie Journalistin für mehrere Tageszeitungen.

Das Schreiben verstand sie als ihren Weg in die Unabhängigkeit. 1906 verließ sie Australien und ging in die Vereinigten Staaten. Dort arbeitete sie neun Jahre lang für die National Women's Trade Union League in Chicago. Gleichzeitig verfolgte sie ihre schriftstellerische Laufbahn weiter. 1909 erschien Some Everyday Folk and Dawn.

1915 zog Franklin nach London, wo sie bis 1927 blieb. Im selben Jahr erschien The Net of Circumstance. Während der Londoner Jahre engagierte sie sich unter anderem als Freiwillige für die Scottish Women's Hospitals for Foreign Service. Nach einem nur etwa zweijährigen Aufenthalt in Australien kehrte sie 1929 nach London zurück. Der Hauptgrund war die Suche nach Herausgebern für ihre Bücher.

Der Tod ihres Vaters veränderte diese Pläne. 1932 kehrte Franklin dauerhaft nach Australien zurück. In Sydney wurde sie zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der literarischen Szene. Sie war davon überzeugt, dass die australische Literatur eine eigenständige Größe sei. Entsprechend setzte sie sich für neue Veröffentlichungen und für junge Autoren ein.

In diesen Jahren entstand der Hauptteil ihres späteren Werks. 1931 erschien Old Blastus of Bandicoot, 1933 folgte Bring the Monkey. 1936 kam All That Swagger heraus. Zehn Jahre später erschien My Career Goes Bung. 1950 folgte Prelude to Waking.

Miles Franklin starb am 19. September 1954 in Drummoyne in New South Wales. Aus ihrem Nachlass wird seither jährlich der Miles Franklin Literary Award verliehen.


Literarische Merkmale↑

Kennzeichnend für Franklins Schreiben ist der enge Bezug zu Australien und seinen Menschen. Ihr Werk umfasst Romane und journalistische Arbeiten; die Wikidata-Angaben führen sie auch als satirische Romanautorin und als Sachbuchautorin. Der Titel Bring the Monkey deutet auf diese spöttische Seite hin.

Ihr Erstling My Brilliant Career entstand aus der Erfahrung einer jungen Frau, die sich nach Selbständigkeit sehnte; Franklin selbst sah das Schreiben ausdrücklich als Weg zur Unabhängigkeit. Als Frauenrechtlerin und Gewerkschaftsmitarbeiterin brachte sie eine deutlich gesellschaftskritische Haltung in ihre Arbeit ein.


Rezeption↑

Ihr Erstlingsroman fand zunächst keinen Verleger im eigenen Land und musste in London erscheinen. Später wurde gerade dieses Buch zu ihrem bekanntesten: 1979 kam die Verfilmung My Brilliant Career in die Kinos, die im deutschen Sprachraum als Meine brillante Karriere lief. 2026 kam eine sechsteilige Netflix-Miniserie unter demselben deutschen Titel heraus.

Ray Mathew legte 1963 eine Darstellung in Melbourne vor, Marjorie Barnard 1967 eine weitere in der Reihe Twayne's world authors series. Verna Coleman widmete sich 1981 den amerikanischen Jahren, Sylvia Martin 2001 Franklins Freundschaften mit Mary Fullerton und Mabel Singleton. Auch das Australian Dictionary of Biography und das Australian Women's Archives Project führen Einträge zu ihr.

Am sichtbarsten wirkt sie über den Miles Franklin Literary Award nach, der aus ihrem Nachlass finanziert wird und in Australien hohes Ansehen genießt. So ist ihr Name mit der Förderung der australischen Literatur verbunden geblieben, für die sie schon zu Lebzeiten eingetreten war.

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