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Autoreneintrag · Ugo Foscolo
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Porträt Ugo Foscolo
Ugo Foscolo
1778 – 1827
– Autorenporträt –

Ugo Foscolo

1778 – 1827 · 49 Jahre

Italienischer Dichter zwischen der Begeisterung für Napoleon und bitterer Enttäuschung – sein Briefroman über den unglücklichen Jacopo Ortis galt als der Werther Italiens.

Kurzporträt

Als italienischer Dichter zwischen Aufbruchshoffnung und Enttäuschung gehört Ugo Foscolo zu den prägenden literarischen Stimmen Italiens um 1800. Geboren 1778 auf Zakynthos, wuchs er als Sohn eines Arztes und einer griechischen Mutter auf. Nach dem Tod des Vaters ließ er sich in Venedig nieder. Sein Briefroman Ultime lettere di Jacopo Ortis wurde gleich nach dem Erscheinen als der Werther Italiens gefeiert. Foscolo begeisterte sich für die Französische Revolution und erhoffte sich von Napoleon ein befreites Italien. Doch er wurde immer wieder enttäuscht und aus seinen Wirkungsorten vertrieben. Er starb 1827 verarmt und einsam bei London.


Biografie

Geboren wurde Ugo Foscolo am 6. Februar 1778 auf Zakynthos. Eigentlich trug er den Vornamen Niccolò. Erst zu Beginn seines literarischen Schaffens 1795 legte er ihn ab und nahm den Namen Ugo an. Er entstammte einer der alten Familien Venedigs und war der Sohn des Arztes Andrea Foscolo und dessen griechischer Ehefrau Diamantina Spathis. Der Vater leitete seit 1774 das Krankenhaus in Split. Als er 1788 starb, hinterließ er die Familie in großen Schwierigkeiten. Deshalb ließ sich die Mutter 1792 mit Ugo wieder in Venedig nieder.

Von dort ging Foscolo mit 19 Jahren an die Universität Padua, um zu studieren. Bereits zwei Jahre nach dem Beginn seines eigenen Schreibens konnte er mit seiner Tragödie Tieste in seiner Heimatstadt erfolgreich debütieren. Er war politisch engagiert und entschlossen, die österreichische Besatzung loszuwerden. Er begeisterte sich an der Französischen Revolution und erwartete sich – wie viele seiner Landsleute – von Napoleon Bonaparte ein erneuertes, befreites Italien. In einigen seiner Oden pries Foscolo Napoleon als Befreier.

Von Venedig begab er sich nach Mailand. Dort lernte er die Schriftsteller Giuseppe Parini und Vincenzo Monti kennen, die ebenso dachten wie er. Verschiedener politischer Ansichten wegen gingen Monti und Foscolo später wieder getrennte Wege. Foscolo wollte nicht nur am Schreibtisch für Italien kämpfen. Deshalb trat er als Freiwilliger in die französische Armee ein, die cisalpinische Legion. Unter dem Befehl von General André Masséna war er unter anderem in Genua und nahm an der Schlacht bei Marengo teil. Desillusioniert und enttäuscht kehrte er nach Mailand zurück.

Dort vollendete er seinen bereits in Padua begonnenen Roman Ultime lettere di Jacopo Ortis. Dieser wurde gleich nach seinem Erscheinen als der Werther Italiens gefeiert. Foscolo blieb politisch sehr engagiert. Er ließ sich als Deputierter der cisalpinischen Republik aufstellen und nahm an verschiedenen Versammlungen teil, unter anderem in Lyon. Nach seiner Rückkehr zog er sich etwas ins Privatleben zurück. Er übersetzte die Hymne Das Haar der Berenike von Kallimachos und veröffentlichte sie mit einem umfangreichen Kommentar.

1805 schloss er sich im Rang eines Captains wieder der französischen Armee an und wurde bei Bologna stationiert. Da ein geplanter Feldzug gegen Großbritannien aus politischen Gründen unterblieb, kehrte er nach Mailand zurück. Dort entstand unter seiner Federführung eine Werkausgabe von Raimondo Montecuccoli. Vor allem aber entstand 1807 eines seiner schönsten Gedichte, I sepolcri. Zwei Jahre später berief man Foscolo an den Lehrstuhl für Rhetorik an der Universität Pavia. Seine Antrittsvorlesung trug den Titel Discorso dell’origine e dell’ufficio della litteratura. Doch bereits nach wenigen Monaten wurde dieser Lehrstuhl verboten.

Zurück in Mailand veröffentlichte er seine zweite Tragödie Ajace. Deren politische Anspielungen brachten ihm die Ausweisung aus der Lombardei ein. Er ließ sich in Florenz nieder und schuf dort die Tragödie Riccarda. Auch sie war wegen ihres politischen Inhalts umstritten und setzte ihn neuen Repressalien aus. Deshalb kehrte er 1813 nach Mailand zurück. Nach der Machtübernahme durch die österreichischen Truppen emigrierte Foscolo nach Hottingen bei Zürich. Im schweizerischen Exil verfasste er gegen Österreich die bittere Satire Didymi Clerici prophetae minimi hypercalypseos liber singularis. 1816 emigrierte er nach London, wo ihm als berühmtem Schriftsteller nahezu alle Türen offenstanden.

In London arbeitete er für verschiedene britische Zeitschriften und Zeitungen. Daneben entstanden die Saggi sul Petrarca und der Discorso sul testo di Dante. Auch schuf er eine vielbeachtete Bearbeitung von Dante Alighieris Göttlicher Komödie. Ab 1823 hielt er zudem Vorlesungen über die italienische Sprache und Literatur. Er lebte über seine Verhältnisse und verspielte besonders beim Kartenspiel mit der Zeit ein kleines Vermögen. So verarmte er trotz gestiegener Einnahmen immer mehr. Völlig verarmt und einsam starb der einst gefeierte Schriftsteller im Alter von 49 Jahren am 10. September 1827 in Turnham Green bei London. Seine letzte Ruhestätte fand er zunächst auf dem Friedhof von Chiswick. 1871 wurden seine Überreste nach Italien überführt und in der Kirche Santa Croce zu Florenz begraben.


Literarische Merkmale

Das Werk Foscolos ist vielseitig und umfasst mehrere literarische Formen. Er begann früh mit dem Drama und debütierte mit der Tragödie Tieste. Ihr folgten später Ajace und Riccarda. Daneben schrieb er Oden, in denen er Napoleon als Befreier pries. Mit I sepolcri schuf er eines seiner bekanntesten Gedichte.

Seinen größten Erfolg hatte er mit dem Briefroman Ultime lettere di Jacopo Ortis. Dieser wurde unmittelbar mit Goethes Werther verglichen und als dessen italienisches Gegenstück gefeiert. Auffällig ist die enge Verbindung von Literatur und politischem Engagement. Mehrere seiner Werke enthielten politische Anspielungen, die ihm Ausweisungen und Repressalien einbrachten. In seinen späteren Jahren in London trat zudem der gelehrte Foscolo hervor. Er setzte sich als Kritiker und Kommentator mit Petrarca und Dante auseinander und arbeitete auch als Übersetzer.


Rezeption

Schon zu Lebzeiten war Foscolo ein gefeierter Autor. Sein Roman über den unglücklichen Jacopo Ortis wurde gleich nach dem Erscheinen als der Werther Italiens gefeiert. Als er 1816 nach London kam, standen ihm als berühmtem Schriftsteller nahezu alle Türen offen. Dort wurde er für seine Studien über Petrarca und Dante geschätzt. Von 1823 an hielt er Vorlesungen über die italienische Sprache und Literatur.

Sein Lebensende stand im Gegensatz zu diesem Ruhm. Verarmt und einsam starb er 1827 bei London und wurde auf dem Friedhof von Chiswick beigesetzt. 1871 wurden seine Überreste nach Italien überführt und in der Kirche Santa Croce zu Florenz beigesetzt. Das zeigt, welche Bedeutung ihm sein Heimatland später beimaß.

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