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Das Lexikon der klassischen Literatur
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Autoreneintrag · Gustave Flaubert
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Porträt Gustave Flaubert
Gustave Flaubert
1821 – 1880
– Autorenporträt –

Gustave Flaubert

1821 – 1880 · 58 Jahre

Französischer Romancier des 19. Jahrhunderts, der zurückgezogen in der Normandie lebte und mit unermüdlicher sprachlicher Sorgfalt schrieb.

Kurzporträt

Gustave Flaubert (1821–1880) gilt als einer der bedeutendsten französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts. Geboren wurde er in Rouen als Sohn eines Chefarztes. Die meiste Zeit seines Lebens lebte er zurückgezogen in Croisset bei Rouen und widmete sich nahezu ausschließlich dem Schreiben. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane. An deren sprachlichem Ausdruck feilte er mit unermüdlicher Sorgfalt.


Biografie

Gustave Flaubert wuchs in Rouen in der Normandie auf. Er war der jüngere Sohn des Achille Cléophas Flaubert, des Chefarztes am städtischen Krankenhaus. Die Dienstvilla der Familie grenzte unmittelbar an die Klinik. So erlebte der Junge das Leiden und Sterben der Kranken aus nächster Nähe. In der Schule galt er als begabt, aber wenig diszipliniert. Er verbrachte seine Zeit lieber mit Lesen und Schreiben als mit den Lehrstoffen. Zu seinen Jugendfreunden zählten der spätere Lyriker Louis Bouilhet sowie der Bruder von Laure Le Poittevin, die später die Mutter Guy de Maupassants wurde.

In den Sommerferien 1836 verliebte sich der knapp Fünfzehnjährige im normannischen Badeort Trouville-sur-Mer in Élisa Foucault, die spätere Ehefrau von Maurice Schlesinger. Diese Begegnung beschäftigte ihn jahrelang als große, unerreichbare Liebe und wirkte auf sein Schreiben. Später hatte Flaubert auch gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte.

Nach dem Baccalauréat begann er auf Drängen seines Vaters ein Jurastudium. Er brach es ab, nachdem er 1844 einen epileptischen Anfall erlitten hatte. Trotz seiner Erkrankung unternahm er in den folgenden Jahren mehrere größere Reisen. Die vorläufig letzte führte ihn 1850/51 auf den Spuren von Chateaubriand, Lamartine und Nerval in den Vorderen Orient, vor allem nach Ägypten. Sein Begleiter war der etwas jüngere Literat Maxime Du Camp, der am Beginn seiner literarischen Karriere stand.

Nach der Rückkehr richtete sich Flaubert bei seiner verwitweten Mutter ein. Mit ihrem und seinem Erbe führte er ein zurückgezogenes Dasein als schriftstellernder Rentier in deren Haus in Croisset nahe Rouen. Dieses Haus verließ er nur noch für gelegentliche Aufenthalte in Paris. Dort pflegte er einige gesellschaftliche Kontakte, etwa zu Autorenkollegen oder zu Mathilde Bonaparte, die im Zweiten Kaiserreich kulturell einflussreich war. In Paris traf er auch seine langjährige Geliebte, die Schriftstellerin Louise Colet. Mit ihr verband ihn ab 1846 eine Beziehung, und mit ihr diskutierte er in einem ausgedehnten Briefwechsel literarische Fragen.

Über seinen Sterbeort sind die Angaben uneinheitlich. Wikidata nennt Croisset, die Deutsche Biographie verzeichnet Canteleu als Sterbeort. Beide Orte liegen in der Normandie nahe Rouen, also in der Gegend, in der Flaubert nahezu sein ganzes Erwachsenenleben verbracht hat. Er starb am 8. Mai 1880.


Literarische Merkmale

Aus dem vorliegenden Material lassen sich vor allem zwei stilprägende Züge ablesen. Zum einen ist es das Zurückgezogene und Konzentrierte seiner Lebensweise in Croisset. Flaubert arbeitete fern vom literarischen Tagesbetrieb. Ein ererbtes Auskommen erlaubte ihm, sich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Zum anderen war ihm der Austausch über literarische Fragen wichtig. Das zeigt der jahrelange Briefwechsel mit Louise Colet, in dem er Fragen des Schreibens immer wieder durchdachte.


Rezeption

Flaubert ist in den ihm zugänglichen Nachschlagewerken fest verankert. Die Deutsche Biographie führt ihn unter der GND-Nummer 118533754. Sie verzeichnet zahlreiche Namensformen in verschiedenen Schriftsystemen, vom kyrillischen bis zum arabischen, chinesischen, griechischen und japanischen Alphabet. Diese Vielzahl an Umschriften belegt eine weltweite Wahrnehmung seines Namens. Verknüpfungen aus anderen NDB-Artikeln, etwa zu Max Klinger und zu Theodor Storm, zeigen zudem, dass er auch in der deutschsprachigen Literatur- und Kulturgeschichtsschreibung als Bezugsgröße präsent ist.

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