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Porträt Lope de Vega
Lope de Vega
1562 – 1635
– Autorenporträt –

Lope de Vega

1562 – 1635 · 72 Jahre

Gefeierter Dramatiker des spanischen Goldenen Zeitalters, der sich rühmte, 483 Komödien geschrieben zu haben.

Kurzporträt

Lope de Vega, mit vollem Namen Félix Lope de Vega Carpio, war ein bedeutender spanischer Dichter und Dramatiker des Goldenen Zeitalters, des sogenannten Siglo de Oro. Geboren wurde er am 25. November 1562 in Madrid. Er starb ebendort am 27. August 1635. Zu Lebzeiten galt er als der begehrteste und produktivste Bühnenautor seines Landes. In seinem Werk Arte Nuevo verkündete er stolz, bereits 483 Komödien verfasst zu haben. Sein bewegtes Leben führte ihn durch Liebesaffären, Verbannung, ein militärisches Abenteuer und schließlich zur Priesterweihe. Darin spiegeln sich die Widersprüche einer Epoche, in der er zugleich Hofnaher, Skandalfigur und religiöser Mann war.


Biografie

Lope de Vega kam am 25. November 1562 in Madrid zur Welt. Seine einfache Familie stammte aus den Bergen Kantabriens. Am 6. Dezember 1562 wurde er in San Miguel de los Octoes getauft. Er hatte vier Geschwister: Francisco, Juliana, Luisa und Juan. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er im Hause seines Onkels, der Inquisitor von Sevilla war.

1574 trat er in die Jesuitenschule Madrid ein. Bereits ein Jahr später erschien sein Lustspiel El verdadero amante. 1577 nahm er sein Studium an der Universität Alcalá auf und schloss es 1581 ab. Ab 1579 stand er im Dienst des Bischofs Jerónimo Manrique, der ihm vermutlich beim Studienabschluss behilflich war. 1580 verliebte er sich in María de Aragón, von ihm Marfisa genannt. Die gemeinsame Tochter Manuela wurde am 2. Januar 1581 getauft, starb jedoch 1585.

1583 lernte er Elena Osorio kennen, die Tochter des Theaterintendanten Jerónimo Velázquez, für den er Stücke schrieb. Elena war mit Cristóbal Calderón verheiratet. Dennoch begann zwischen ihr und Lope eine über vier Jahre währende Liebesaffäre, die zu einer scharfen Verfeindung mit ihrem Vater führte. Am 29. Dezember 1587 wurde Lope während einer Aufführung im Corral de la Cruz festgenommen, weil er eine Satire und ein Sonett gegen die Familie Velázquez verfasst hatte. Im Gefängnis schrieb er weitere verleumderische Verse. Daraufhin wurde er am 7. Februar 1588 für zwei Jahre aus dem Königreich Kastilien und für vier Jahre vom Hofe verbannt. Am Tag darauf verließ er Madrid mit Isabel de Urbina, die er am 10. Mai aus taktischen Gründen heiratete.

Das Paar lebte in der Folge in Valencia, wo die Tochter Antonia zur Welt kam. Am 29. Mai 1588 meldete sich Lope freiwillig in Lissabon auf ein Schiff. Noch im selben Jahr nahm er am Zug der Armada Invencible teil. Nach seiner Rückkehr nach Valencia entstand sein Werk Primer florilegio de romances. Von 1591 bis 1595 war er Sekretär des Herzogs von Alba. 1594 starben seine Tochter Antonia und seine Frau Isabel bei der Geburt einer weiteren Tochter, Teodora, die zwei Jahre später ebenfalls verstarb.

1595 verließ Lope die Dienste des Herzogs von Alba und kehrte nach Madrid zurück. Dort musste er sich 1596 gerichtlich für die „wilde Ehe" mit der verwitweten Antonia Trillo de Armenta verantworten. Im selben Jahr lernte er die Schauspielerin Micaela Luján kennen. 1598 heiratete er in der Iglesia de Santa Cruz in Madrid Juana Guardo, die Tochter eines reichen Fisch- und Fleischlieferanten; sie brachte eine große Mitgift in die Ehe. Trotz dieser Ehe unterhielt Lope von 1599 bis 1607 eine Affäre mit Micaela Luján, mit der er in Sevilla, Granada, Toledo und Madrid lebte; mindestens fünf ihrer neun Kinder waren von ihm.

1607 trat Lope zunächst als „geheimer" Sekretär in den Dienst von Luis Fernández de Córdoba, später als Sekretär für politische Briefe und Liebesbriefe. Die anfänglich rein berufliche Beziehung dauerte 28 Jahre und wurde zu einer wahren Freundschaft. Zwei Jahre später erschien das Werk Arte Nuevo. Darin erklärte er stolz, bereits 483 Komödien verfasst zu haben, und entwickelte seine Vorstellungen einer dramatischen Kunst, deren Ideal die natürliche Schönheit sei.

Im August 1613 starb seine Frau Juana Guardo. Im Frühjahr 1614 wurde Lope de Vega zum Priester geweiht. Am 27. August 1635 starb er in seinem Haus in Madrid. Dieses Haus wurde 1935 zu seinen Ehren als Casa Museo Lope de Vega eingerichtet.


Literarische Merkmale

Seine Vorstellungen über das Theater fasste Lope de Vega 1609 in der Schrift Arte Nuevo zusammen. Darin verkündete er stolz, bereits 483 Komödien geschrieben zu haben. Zugleich legte er seine Idee einer dramatischen Kunst dar, in der die natürliche Schönheit das Ideal bildet. Diese Orientierung am Natürlichen, nicht am strengen Regelwerk der antiken Poetik, prägte sein Schaffen. Schon als junger Autor war er außerordentlich produktiv. Bereits mit dreizehn Jahren entstand das Lustspiel El verdadero amante. Gegen Ende der 1580er Jahre galt er als der begehrteste und beste Bühnenautor Spaniens. Neben den Komödien arbeitete er auch als Lyriker, etwa mit dem nach Valencia entstandenen Primer florilegio de romances.


Rezeption

Im Spanien des späten 16. Jahrhunderts war Lope de Vega ein gefeierter und vielbeschäftigter Autor. Bereits Ende der 1580er Jahre galt er als der begehrteste Dramatiker des Landes. Sein Nachleben reicht weit über die spanische Bühnenwelt hinaus. Thomas Mann nahm ihn 1901 in seinen Roman Buddenbrooks auf, in dem der Grundstücksmakler Sigismund Gosch an einer deutschen Übersetzung sämtlicher Dramen Lopes arbeitet. Sein Madrider Wohnhaus wurde 1935, dreihundert Jahre nach seinem Tod, als Casa Museo Lope de Vega der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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