1500 – 1582
Wu Cheng’en
Kurzbiografie↑
Als Verfasser eines der bekanntesten Romane der chinesischen Literatur gilt Wu Cheng'en, der um 1500 in Huai'an in der Provinz Jiangsu geboren wurde und dort um 1582 starb. Er lebte zur Zeit der Ming-Dynastie und wirkte als Romanautor und Dichter. Ihm wird der Roman Die Reise nach Westen zugeschrieben, der die abenteuerliche Pilgerfahrt des buddhistischen Mönchs Xuanzang nach Indien erzählt. Dieses Werk zählt zu den beliebtesten klassischen Erzählungen in China, Japan und Korea. In deutscher Sprache liegt es in mehreren Übersetzungen vor.
Biografie↑
Über das Leben Wu Cheng'ens ist nur wenig Gesichertes bekannt. Er kam um 1500 in Huai'an in der Provinz Jiangsu zur Welt. Dort starb er auch, und zwar um 1582. Die Jahreszahlen sind Näherungswerte; genaue Daten lassen sich nicht festlegen.
Neben seinem bürgerlichen Namen führte er, wie in China üblich, weitere Namen. Sein Großjährigkeitsname lautete Ruzhong, sein Pseudonym Sheyang Shanren. In den Bibliothekskatalogen erscheint sein Name in einer verwirrenden Fülle von Umschriften, von den älteren deutschen Formen bis zu japanischen und koreanischen Lesungen. Das zeigt, über wie viele Sprachgrenzen hinweg sein Werk gelesen wurde.
Er lebte in der Zeit der Ming-Dynastie. Wikidata führt ihn außer als Dichter und Schriftsteller auch als Kalligraf und Gelehrten; die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet ihn schlicht als Schriftsteller.
Sein Name ist bis heute mit einem einzigen Buch verbunden: dem Roman Die Reise nach Westen. Auch diese Zuschreibung ist nicht endgültig gesichert, sie gilt als Überlieferung. Der Roman erzählt von dem buddhistischen Mönch Xuanzang, der zur Zeit der Tang-Dynastie lebte. Xuanzang bricht mit drei Schülern zu einer Pilgerreise auf. Der Weg führt über die Berge der nordwestlichen Provinz Xinjiang bis nach Indien. Ziel der Reise ist es, die heiligen Schriften des Buddha nach China zu holen.
Literarische Merkmale↑
Wu Cheng'en gestaltete in Die Reise nach Westen den religiösen Stoff einer Pilgerfahrt. Der Mönch Xuanzang und seine drei Schüler ziehen von Station zu Station, und aus dieser Wanderung entsteht eine lange Kette von Episoden. So formte der Autor eine Erzählung, die sich über Jahrhunderte hinweg als volkstümlich lesbar erwiesen hat.
Rezeption↑
Der Roman Die Reise nach Westen zählt zu den populärsten klassischen Erzählungen in China. Auch in Japan und Korea fand er weite Verbreitung, was sich noch an den vielen japanischen und koreanischen Namensformen des Autors in den Bibliothekskatalogen ablesen lässt. Ins Deutsche wurden die Erzählungen und Geschichten des Romans in mehreren Fassungen übertragen. Wu Cheng'ens Werke sind heute auch über das Internet Archive zugänglich.
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