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Autoreneintrag · William Butler Yeats
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Porträt William Butler Yeats
William Butler Yeats
1865 – 1939
– Autorenporträt –

William Butler Yeats

1865 – 1939 · 73 Jahre

Irischer Dichter zwischen Romantik und Moderne, der die keltische Mythologie in symbolische Verse fasste und 1923 als erster Ire den Literaturnobelpreis erhielt.

Kurzporträt

Der irische Dichter William Butler Yeats gilt als einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1923 erhielt er als erster Ire den Literaturnobelpreis. Er war ein Förderer der irischen Renaissance. Er schuf eine, wie es heißt, „national-irische, mythisch-mystische, oft symbolische Dichtung". Zugleich war er Mitbegründer des Abbey Theatre in Dublin, des späteren irischen Nationaltheaters. Nach der Errichtung des Irischen Freistaats war er für zwei Amtsperioden Senator. Seine frühen Gedichte stehen der Romantik nahe. Sein Spätwerk zeigt ihn dagegen als modernen Dichter. Neben dem Romancier James Joyce gilt er häufig als einer der herausragenden irischen Literaten seiner Epoche.


Biografie

Geboren wurde Yeats am 13. Juni 1865 in Sandymount im County Dublin. Sein Vater John Butler Yeats war Anwalt, der sich der Porträtmalerei zuwandte. Seine Mutter Susan Pollexfen stammte aus einer reichen Handelsfamilie. Die Kindheit verbrachte er bei den Großeltern mütterlicherseits in Sligo. Die Schulausbildung erhielt er in London und in Dublin. Nach einem Kunststudium in Dublin wandte er sich ab 1880 der Literatur zu. Während der Ferien in der Heimat begeisterte er sich für das Erbe der irischen Kultur. Yeats war Protestant und wuchs in einem von Religionskämpfen zwischen Katholiken und Protestanten zerrissenen Land auf. Er neigte weder der einen noch der anderen Seite zu. Er schloss Freundschaft mit Oscar Wilde, der ihn mit dem französischen Symbolismus bekannt machte. Seitdem setzte er sich besonders für die englischsprachige irische Literatur ein.

Als die Familie 1887 wieder nach London zog, wurde er Schriftsteller. Er beschäftigte sich eingehend mit der englischen Romantik, vor allem mit Shelley und Blake, sowie mit dem Hinduismus und der Mystik. Er trat der Theosophischen Gesellschaft bei und lernte dort deren Gründerin Helena Blavatsky kennen. 1890 wurde er Mitglied der magischen Gesellschaft Hermetic Order of the Golden Dawn. Ab 1903 wechselte er zur Nachfolgeorganisation Stella Matutina. 1911 wurde er zum Imperator des Amoun-Tempels in London gewählt. Sein Ordensname lautete Dämon est deus inversus („Der Dämon ist ein umgedrehter Gott"). Eins seiner bekanntesten frühen Gedichte ist The Wanderings of Oisin (1889), erschienen im gleichnamigen Gedichtband. Darin preist der junge Yeats den heidnischen Barden Ossian. Manche seiner Dichtungen wurden zu Volksliedern, etwa Down by the Salley Gardens aus dem Band Crossways (1889). Das Zeitalter des Positivismus stieß ihn ab. Er wollte Visionär sein und schwelgte in symbolischen Bildern.

Bei einem Aufenthalt in London lernte Yeats am 30. Januar 1889 die irische Freiheitskämpferin und Schauspielerin Maud Gonne kennen und verliebte sich in sie. Sie bewunderte ihn, erwiderte seine Zuneigung jedoch nicht. Auch wegen dieser Leidenschaft schloss er sich den irischen Nationalisten an. In der Uraufführung seines Schauspiels Cathleen ni Houlihan im Jahr 1902 spielte Gonne die Titelrolle. Sein vergebliches Werben verarbeitete er vor allem in den Gedichten von The Wind among the Reeds.

1896 ging Yeats nach Irland zurück. Mit irischen Intellektuellen traf er sich häufig auf Coole Park, dem Landsitz der Schriftstellerin Lady Gregory. Sie begleitete er später auf Reisen auf den Kontinent. 1916 erwarb er den Rest einer Normannenburg in der Nähe von Coole Park. Zwölf Jahre lang wohnte er in „Thoor Ballylee" am Cloon River bei Gort. Dort schrieb er The Winding Stair und The Tower Poems. 1902 gründete er mit Unterstützung von Lady Gregory, William und Frank Fay sowie weiteren Mitstreitern die Irish National Theatre Society. Aus ihr ging im Dezember 1904 das Dubliner Abbey Theatre hervor. Er leitete es bis 1936 und schrieb selbst für sein Repertoire. Als Autor gewann er aber auch John Millington Synge.

Ab 1913 lebte Yeats für einige Zeit in Sussex. Ezra Pound war sein Sekretär und machte ihn mit fernöstlicher Literatur bekannt. 1917 heiratete er Georgie Hyde-Lees, die gleichfalls okkultistische Interessen hatte. Aus der Ehe gingen die Kinder Anne und Michael hervor. Den Dubliner Osteraufstand von 1916 kommentierte Yeats in dem Gedicht Easter 1916. Es erschien 1921 in der Sammlung Michael Robartes and the Dancer. Nach der Errichtung des Irischen Freistaats war er von 1922 bis 1928 Mitglied des Irischen Senats. 1923 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen „für seine stets von hoher Eingebung getragenen Dichtungen, die in vollendeter Gestalt das Wesen seines Volkes zum Ausdruck bringen." Im selben Jahr zog er sich aus dem Orden Stella Matutina zurück. Am 28. Januar 1939 starb William Butler Yeats im Hôtel Idéal Séjour in Roquebrune-Cap-Martin nahe Menton und wurde dort zunächst begraben. 1948 wurde er nach Drumcliff umgebettet, etwa sechs Kilometer nördlich von Sligo. Die Landschaft dort wird heute Yeats Country genannt und prägte sein Schaffen nach eigenen Aussagen maßgeblich.


Literarische Merkmale

Seine Dichtung speiste sich aus vielen Quellen. Yeats ließ sich von alten irischen Vorbildern, von der keltischen Mythologie und von traditionellen englischen Dichtern wie Blake, Shakespeare oder Shelley beeinflussen. Daraus formte er eine national-irische, mythisch-mystische und oft symbolische Dichtung. Das Zeitalter des Positivismus stieß ihn ab. Er wollte Visionär sein und schwelgte in symbolischen Bildern, im keltischen Zauber und in Allegorien. Solche Bilder begleiten etwa sein vergebliches Werben um Maud Gonne in den Gedichten von The Wind among the Reeds.

Seine frühen Gedichte lassen sich der Romantik zuordnen. Im Zeitalter der Moderne verfasste Yeats dann zunehmend moderne Gedichte, die sein herausragendes Spätwerk bilden. Teilweise heißt es, dass er seine größten literarischen Arbeiten erst nach dem Erhalt des Nobelpreises schrieb. Diese Bewegung zeigt eine erstaunliche Wandlungs- und Steigerungsfähigkeit. Mit ihr öffnete er sich immer wieder neuen Ausdrucksformen. Auch sein Interesse an Mystik, Magie und Okkultismus prägte seine Bildwelt. Der Spruch Dämon est deus inversus, den er als Ordensnamen führte, deutet auf das spannungsreiche Weltbild hinter seinen Symbolen.


Rezeption

Schon zu Lebzeiten genoss Yeats hohes Ansehen. Es gipfelte 1923 in der Verleihung des Nobelpreises für Literatur, den er als erster Ire überhaupt erhielt. Er gilt als einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Neben dem Romancier James Joyce gilt er häufig als einer der herausragenden irischen Literaten seiner Epoche.

Sein Einfluss reicht weit über die irische Literatur hinaus. Zeitlebens rang er um den angemessenen ästhetischen Ausdruck für eine, wie es heißt, „gründlich aus den Fugen geratene Welt". Teils wird er deshalb als der „schlechthin repräsentative Dichter zwischen 1890 und 1940" beschrieben. Einige seiner Dichtungen wurden zu Volksliedern, etwa Down by the Salley Gardens. Das sicherte seinem Werk eine Wirkung bis in die Gegenwart.

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