1912 – 2001
Jorge Amado
Kurzbiografie↑
Jorge Amado zählt zu den bekanntesten Schriftstellern Lateinamerikas im 20. Jahrhundert. Geboren 1912 in Bahia, wuchs er als Sohn eines Kakaoplantagenbesitzers in der Hafenstadt Ilhéus auf. Fast alle seine Bücher spielen im Nordosten Brasiliens, meist in und um Bahia, und erzählen vom Leben einfacher Leute. Sein Einsatz für die Armen brachte ihm Haft und Jahre im Exil ein. Sein bekanntestes Buch ist der Roman Gabriela wie Zimt und Nelken.
Biografie↑
Geboren wurde Jorge Leal Amado de Faria am 10. August 1912. Sein Vater besaß eine Kakaoplantage im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Über den genauen Geburtsort herrscht Uneinigkeit: Manche Biografen nennen die Fazenda Auricídia, die damals zu Ilhéus gehörte und später zu Itajuípe kam. Sicher scheint immerhin, dass die Geburt in Ferradas registriert wurde, einem Dorf in der Nähe von Itabuna. Aufgewachsen ist er in der Hafenstadt Ilhéus.
Amado besuchte eine Jesuitenschule. Mit dreizehn Jahren arbeitete er als Hilfsarbeiter auf Plantagen. Schon früh begann er zu schreiben: Mit zwölf veröffentlichte er eine Kurzgeschichte, mit fünfzehn schrieb er für eine Zeitung. Als Journalist und Schriftsteller setzte er sich für die Armen und Unterdrückten ein.
Seine politischen Überzeugungen brachten ihm Gefängnis ein. Von 1937 bis 1942 lebte er im Exil in Argentinien und Uruguay. 1945 wurde er für die kommunistische Partei PCB Abgeordneter der Nationalversammlung und arbeitete an der neuen brasilianischen Verfassung mit. Nach 1948 musste er erneut außer Landes. Von 1948 bis 1950 hielt er sich in Paris auf, von 1951 bis 1952 in Prag. In Paris nannte man ihn „den brasilianischen Victor Hugo“, weil er unerkannt und ohne Aufhebens seine Baguettes kaufte.
Amado besuchte 1948 die Sowjetische Besatzungszone und 1974 die DDR; die Aufbauerfolge dieses Landes würdigte er ausdrücklich. 1951 erhielt er den Internationalen Stalin-Friedenspreis. Nach langen Reisen kehrte er schließlich nach Brasilien zurück.
Ehrungen begleiteten sein späteres Leben. 1961 wurde er in die Academia Brasileira de Letras gewählt, auf den Stuhl Nummer 23. 1969 bekam er den Prêmio Juca Pato, 1994 den hoch dotierten Prémio Camões. Für den Literaturnobelpreis war er wiederholt im Gespräch.
Jorge Amado starb am 6. August 2001 in Salvador an einem Herzinfarkt, wenige Tage vor seinem 89. Geburtstag. Auf seinen Wunsch hin wurde er eingeäschert. Die Asche verstreute man am Fuß eines Mangobaumes im Garten seines Hauses in der Rua Alagoinhas. Bereits 1986 war die Fundação Casa de Jorge Amado gegründet worden, die im März 1987 eingeweiht wurde. Sie hat ihren Sitz heute in Pelourinho, der Oberstadt von Salvador da Bahia.
Literarische Merkmale↑
Fast alle Bücher Amados spielen im Nordosten Brasiliens, überwiegend in und um Bahia. Er schildert das Leben und Überleben einfacher Leute, oft im Milieu der Halbwelt. Bordelle, der Karneval und der afro-brasilianische Kult geben seinen Handlungen immer wieder den Rahmen.
Auffällig ist der Ton: Obwohl seine Figuren mit materieller Not zu kämpfen haben, sind die meisten seiner Bücher voller Vitalität und Lebenslust. Das Elend wird nicht beschönigt, aber es erdrückt die Menschen nicht. Diese Verbindung von sozialem Blick und Lebensfreude prägt sein Werk.
Rezeption↑
Weite Verbreitung fand vor allem Gabriela wie Zimt und Nelken, sein bekanntestes Buch. Ins Deutsche wurden seine Romane vor allem von Curt Meyer-Clason übertragen, seinem wichtigsten Übersetzer.
Viele Werke Amados wurden verfilmt. Die Verfilmung von Dona Flor und ihre zwei Ehemänner zählt zu den erfolgreichsten brasilianischen Filmen überhaupt; sie wurde später zur Grundlage für ein Musical und eine Fernsehserie.
Die literarische Welt ehrte ihn mehrfach: 1961 mit der Aufnahme in die Academia Brasileira de Letras, 1969 mit dem Prêmio Juca Pato und 1994 mit dem Prémio Camões. Für den Literaturnobelpreis wurde er wiederholt als Kandidat gehandelt. Sein Andenken pflegt die 1986 gegründete Fundação Casa de Jorge Amado in Salvador da Bahia.
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