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Autoreneintrag · Michail Alexandrowitsch Scholochow
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Porträt Michail Alexandrowitsch Scholochow
Michail Alexandrowitsch Scholochow
1905 – 1984
– Autorenporträt –

Michail Alexandrowitsch Scholochow

1905 – 1984 · 78 Jahre

Chronist der Donkosaken zwischen Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg – 1965 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

Kurzbiografie↑

Als sowjetischer Schriftsteller und Nobelpreisträger schilderte Michail Alexandrowitsch Scholochow das Leben der Donkosaken in einer Zeit voller Umbrüche. Geboren 1905 in einem Weiler der Staniza Wjoschenskaja, wuchs er in einfachen Verhältnissen auf und schloss sich schon als Jugendlicher den Bolschewiki an. Sein vierbändiges Hauptwerk Der stille Don zeichnet das bäuerliche Leben der Kosaken im Spannungsfeld von Erstem Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg nach. Für dieses Werk erhielt er 1965 in Stockholm den Nobelpreis für Literatur. Er starb 1984 in Wjoschenskaja.


Biografie↑

Scholochow kam am 11. Mai 1905 zur Welt. Seine Eltern gehörten zur unteren Mittelschicht: Sein Vater Alexander Michailowitsch Scholochow (1865–1925) war Bauer, Viehhändler und Müller. Seine Mutter, Anastasija Danilowna Tschernikowa (1871–1942), war die Witwe eines Kosaken; lesen und schreiben lernte sie erst, als ihr Sohn bereits ein bekannter Autor war. Über den Geburtsort gehen die Quellen auseinander: Die Deutsche Nationalbibliothek nennt Kruschilinski in Russland, während Wikidata die Form Kruzhilin angibt.

Als Kind besuchte Scholochow nur zeitweilig Schulen in Kargin, Moskau, Bogutschar und Wjoschenskaja. Im Alter von erst dreizehn Jahren schloss er sich 1918 im Russischen Bürgerkrieg den Bolschewiki an. 1922 zog er nach Moskau, um Journalist zu werden, und begann dort zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit harter körperlicher Arbeit: Zwischen 1922 und 1924 war er Hafenarbeiter, Steinmetz und Buchhalter. Zeitweise besuchte er Schriftstellerkurse. Seine erste veröffentlichte Arbeit war ein satirischer Artikel mit dem Titel Die Prüfung, der am 19. Oktober 1923 erschien.

1924 kehrte Scholochow in seine Heimat nach Wjoschenskaja zurück und widmete sich dort ganz dem Schreiben. Im selben Jahr heiratete er Maria Petrowna Gromoslawskaja (1901–1992), Tochter des Kosaken-Atamans Pjotr Gromoslawski; das Paar bekam zwei Söhne und zwei Töchter. 1928 begann er mit der Arbeit an dem vierbändigen Roman Der stille Don, der ihn berühmt machte und den er erst 1940 abschloss. Das Werk gibt ein stimmiges Abbild des bäuerlichen Lebens der Donkosaken im Spannungsfeld des Ersten Weltkriegs und der darauffolgenden Revolution, gefolgt von den Wirren des Bürgerkriegs zwischen Roten und Weißen. Sein 1930 veröffentlichtes Werk Neuland unterm Pflug feiert die zwangsweise Einführung der Kolchos-Wirtschaft unter Stalin.

Scholochow band sich früh an die Sowjetmacht. 1932 trat er in die KPdSU ein, 1936 wurde er Abgeordneter im Obersten Sowjet, und ab 1937 gehörte er der Akademie der Wissenschaften der UdSSR an. Auszeichnungen begleiteten seinen Weg: 1941 der Stalinpreis, 1955 der Leninorden, 1960 der Leninpreis. Ab 1961 war er Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei. 1965 erhielt er in Stockholm für Der stille Don den Nobelpreis für Literatur. Im Januar 1966 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Philologischen Fakultät der Universität Leipzig überreicht, datiert auf seinen 60. Geburtstag. Er starb am 21. Februar 1984 in Wjoschenskaja.


Literarische Merkmale↑

Prägend für Scholochows Schreiben ist die enge Bindung an seine Herkunftsregion. In seinem Hauptwerk zeichnet er das Leben der Donkosaken nach und verknüpft das bäuerliche Alltagsleben mit den großen historischen Umbrüchen des frühen 20. Jahrhunderts: Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg. In Neuland unterm Pflug stellt er die zwangsweise Kollektivierung der Landwirtschaft unter Stalin dar und feiert sie.


Rezeption↑

Scholochows Nobelpreis wirkte in der Sowjetunion über das literarische Feld hinaus. Konservative Kräfte nutzten die Auszeichnung, um die junge Prosa schärfer zu kritisieren: Weil Der stille Don nun auch von außen als bedeutend beurteilt worden war, erhielt der Roman eine zusätzliche Legitimierung als normierendes Werk. Damit wurde die Anerkennung aus Stockholm im innersowjetischen Streit über gute Literatur gegen andere Autoren gewendet.

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