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Autoreneintrag · Dschalal ad-Din Rumi
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Porträt Dschalal ad-Din Rumi
Dschalal ad-Din Rumi
1207 – 1273
– Autorenporträt –

Dschalal ad-Din Rumi

1207 – 1273 · 66 Jahre

Persischer Sufi-Mystiker und Dichter des Mittelalters, dessen Verse bis heute in der persischsprachigen Welt gelesen und in viele Sprachen übersetzt werden.

Kurzbiografie↑

Dschalal ad-Din ar-Rumi wurde von seinen Anhängern Maulana („unser Herr/Meister“) genannt. Er war ein persischer Sufi-Mystiker und Gelehrter. Er zählt zu den bedeutendsten persischsprachigen Dichtern des Mittelalters. Geboren wurde er 1207 im Großraum Chorasan. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte er im anatolischen Konya, wo er 1273 starb. Nach ihm ist der Mevlevi-Derwisch-Orden benannt. Seine Gedichte werden bis heute im gesamten Großraum Iran in ihrer Originalsprache gelesen und wurden in viele Sprachen der Welt übersetzt. In den Vereinigten Staaten gilt er als einer der meistgelesenen Dichter.


Biografie↑

Geboren wurde Rumi am 30. September 1207. Sein Vater, Baha ad-Din Walad, war ein angesehener Theologe in der historischen Region Chorasan. Wo genau die Familie zum Zeitpunkt der Geburt lebte, ist nicht eindeutig. Manche Quellen nennen Balch südlich des Amudarja, andere den kleinen Ort Wachsch nördlich des Flusses. Auch der Geburtsort selbst wird unterschiedlich angegeben. Die hier herangezogenen Quellen führen ihn als Balch beziehungsweise Balkh, ein Ort, der heute in Afghanistan liegt. Wachsch dagegen läge auf dem Gebiet des heutigen Tadschikistan. Rumis Großvater väterlicherseits, Husain, war ein bekannter Gelehrter. Einer frühen und ausdrücklich als legendenhaft bezeichneten Biografie zufolge soll seine väterliche Abstammung bis auf den Kalifen Abu Bakr zurückreichen. Seine Mutter Mu'mina soll eine Tochter des Choresm-Schahs Muhammad II. gewesen sein.

Als Rumi noch ein Kind war, fielen 1219 die Mongolen unter Dschingis Khan in Balch ein. Sein Vater hatte diese Gefahr vorausgesehen. Er hatte die Gegend bereits mit der Familie verlassen, um nach Mekka zu pilgern. Auf dem Weg dorthin trafen sie in Nischapur auf den bekannten Sufi Farid ad-Din Attar, der damals schon ein alter Mann war. Im Anschluss an die Pilgerfahrt zog die Familie weiter nach Anatolien, das damals von den Rum-Seldschuken beherrscht wurde. Von der Bezeichnung dieser Region (Rūm) leitet sich der Beiname Rūmī ab. Während eines Aufenthalts in Laranda, dem heutigen Karaman, starb Rumis Mutter. Ihr Grab ist bis heute ein Wallfahrtsort. Danach zog die Familie nach Konya.

Dort heiratete Rumi seine erste Frau Gauhar-Hatun, die ebenfalls aus dem Osten geflüchtet war. 1226 kam ihr erster Sohn Walad zur Welt. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Rumi 1225 seine zweite Ehefrau Kira Chatun, die einer christlichen Familie entstammte. Sie hatten zwei Kinder zusammen.

Der Seldschuken-Sultan Ala ad-Din Kai-Qubad I. residierte in Konya. 1228 hörte er von Baha ad-Din Walads neuem Aufenthaltsort. Weil er die Wissenschaften und die Philosophie förderte, bot er ihm einen Wohnsitz und einen Lehrstuhl an der Madrasa von Konya an. Dort studierte Rumi unter seinem Vater die islamischen Wissenschaften. Nach dessen Tod 1230 oder 1231 übernahm er dessen Lehrstuhl. In den Sufismus führte ihn ein Murschid namens Sayyid Burhanuddin Muhaqqiq Tirmidhi ein. Gemeinsam reisten sie nach Aleppo und Damaskus, wo sie dem einflussreichen Sufi-Meister Ibn Arabi aus Murcia begegnet sein sollen.

Als Gelehrter erlangte Rumi große Berühmtheit. Zunächst lebte er so, wie es sich für einen hochangesehenen Gelehrten traditionell gehörte. Erst als er 1244 in Konya auf den Derwisch Schams-e Tabrizi traf, änderte sich sein Leben von Grund auf. Schams war eine starke Persönlichkeit mit großen spirituellen Fähigkeiten. Die Bindung zwischen den beiden Freunden wurde so eng, dass Rumi der Welt zeitweilig entsagte, um sich ganz dem Freund zu widmen. Als der Neid einflussreicher Bewohner Konyas zu groß wurde, floh Schams aus der Stadt. Rumis Trauer war groß, bis Schams eines Tages zurückkehrte. Doch die Lage wurde bald wieder unerträglich, und Schams verschwand schließlich für immer. Heute wird angenommen, dass er ermordet wurde. Die Sehnsucht nach dem Freund inspirierte Rumi zu dem bis heute nachgeahmten Reigentanz und zu seinen vielzitierten Versen.

Rumi starb am 17. Dezember 1273 in Konya. Er wurde in einem Mausoleum beigesetzt, das dem Maulawi-Orden fortan auch als Versammlungsort diente. Seitdem ist es das Wahrzeichen von Konya. Als Atatürk 1925 im Zuge der Säkularisierung öffentliche religiöse Handlungen verbot, war auch der Mevlevi-Orden betroffen. Das Grab verlor dennoch nicht an Bedeutung. Rumis Todestag, der 17. Dezember, wird traditionell als şeb-i âruz, als „Hochzeitsnacht“, begangen. Rumi selbst bezeichnete seinen Todestag als große Hochzeit, da er an diesem Tag mit Gott vereint sein würde.


Literarische Merkmale↑

Prägend für Rumis Dichtung war die Verbindung von Gelehrsamkeit und mystischer Erfahrung. Zunächst lebte und wirkte er als angesehener Religionsgelehrter ganz im Rahmen der überlieferten Tradition. Die Begegnung mit dem Derwisch Schams-e Tabrizi und die spätere Sehnsucht nach dem verschwundenen Freund verwandelten ihn zum Dichter. Aus diesem Verlust gingen der bis heute nachgeahmte Reigentanz der Derwische und seine vielzitierten Verse hervor. Seine Gedichte entstanden auf Persisch und werden in dieser Sprache bis heute gelesen.


Rezeption↑

Bis in die Gegenwart werden Rumis Werke in ihrer Originalsprache im gesamten Großraum Iran und in der persischsprachigen Welt gelesen. Seine Gedichte wurden später in viele Sprachen übersetzt und in verschiedene Formate übertragen. Rumi ist in der Türkei, in Aserbaidschan und in Südasien sehr beliebt. In den Vereinigten Staaten gilt er als einer der meistgelesenen Dichter. Sein Grabmal in Konya wurde von der türkischen Regierung zu einem Museum umgewandelt. Es dient bis heute als Wallfahrtsort gläubiger Muslime und der Anhänger Maulanas. Viele Besucher kaufen dort kleine Amulette in Form des Grabmals. Die Feierlichkeiten zu seinem Todestag finden in Konya statt.

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Aus dem Werkverzeichnis↑

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