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Das Lexikon der klassischen Literatur
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Autoreneintrag · A. A. Milne
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Porträt A. A. Milne
A. A. Milne
1882 – 1956
– Autorenporträt –

A. A. Milne

1882 – 1956 · 74 Jahre

Englischer Schriftsteller, der mit „Pu der Bär“ eine der bekanntesten Kinderbuchfiguren schuf – ein Welterfolg, der ihm selbst zur Last wurde.

Kurzbiografie↑

Alan Alexander Milne war ein englischer Schriftsteller, der 1882 in London geboren wurde und 1956 in Hartfield in Sussex starb. Neben humorvollen Essays und Theaterstücken schrieb er vor allem Kinderbücher. In den 1920er Jahren entstanden für seinen Sohn Christopher Robin die weltbekannten Geschichten von Pu der Bär. Deren Erfolg überstrahlte alles andere, was Milne verfasst hatte, und wurde für ihn selbst zur Last.


Biografie↑

Aufgewachsen ist Milne in London. Dort besuchte er eine Privatschule in Kilburn, die sein Vater John Vine Milne betrieb. Einer seiner Lehrer war H. G. Wells. Anschließend ging er auf die Westminster School und ab 1900 an das Trinity College der Universität Cambridge, wo er mit einem Mathematikstipendium studierte und 1903 den Bachelor-Abschluss erwarb.

Schon während des Studiums arbeitete er an der Studentenzeitschrift Granta mit. Die Artikel schrieb er gemeinsam mit seinem Bruder Kenneth, weshalb sie mit den Initialen AKM unterzeichnet wurden. Durch diese Arbeit wurde die britische Satire-Zeitschrift Punch auf ihn aufmerksam. Er wurde dort Mitarbeiter, später Assistenzbearbeiter und von 1906 an Mitherausgeber. Dafür musste er sein Studium aufgeben, das er nie wieder aufnahm. Milne selbst bezeichnete sich später stets als „freier Journalist“.

Im Jahr 1913 heiratete er Dorothy (Daphne) de Selincourt, die Patentochter des Punch-Herausgebers. 1920 kam sein Sohn Christopher Robin zur Welt. Während des Ersten Weltkriegs diente Milne 1915 in der britischen Armee als Nachrichtenoffizier an der Somme. Kurz nach seiner Ankunft an der Front erkrankte er jedoch schwer und wurde ausgemustert. Noch während des Krieges erschien 1917 sein erstes Kinderbuch Once On a Time, in dem er den Krieg verspottete. Erst Jahre später, 1934, prangerte er in seinem Werk Peace with Honour (deutscher Titel: Frieden mit Ehre) den Krieg als „sinnloses Massaker“ und „Verbrechen wider die menschliche Vernunft“ an.

Im Jahr 1925 erwarb Milne die Cotchford Farm, ein Landhaus in Hartfield in Ost-Sussex. Dorthin zog er sich 1952 nach einer Operation am Gehirn endgültig zurück. Milne starb am 31. Januar 1956 im Alter von 74 Jahren.


Literarische Merkmale↑

Eines der bekanntesten Werke Milnes dreht sich um einen Jungen, den er nach seinem Sohn Christopher Robin benannte. Vorbild für Pu der Bär (im Original Winnie-the-Pooh) waren die Kuscheltiere seines Sohnes sowie der Schwarzbär „Winnie“ im Londoner Zoo. Seinem Sohn widmete Milne auch mehrere Gedichte, die in zwei Bänden erschienen: 1924 When We Were Very Young und 1927 Now We Are Six. Von When We Were Very Young gab es mehrere Luxusausgaben, Vertonungen und sogar eine Parodie, die 1926 unter dem Titel When We Were Rather Older erschien.

Bevor Milne sich den Kinderbüchern zuwandte, hatte er sich in ganz anderen Richtungen versucht. Er erhielt positive Kritiken als Dramatiker und schrieb Detektivgeschichten wie The Red House Mystery. Für seinen Verleger war der Wechsel zum Kinderbuchautor zunächst eine unerfreuliche Nachricht. Bis in die 1930er Jahre verfasste Milne weiter Romane und Kurzgeschichten, doch seine Werke wurden zuletzt weniger begeistert aufgenommen. Seine letzte, 1938 uraufgeführte Komödie war ein Fehlschlag. Danach schrieb er nur noch drei kleine und eher unbedeutende Theaterstücke.


Rezeption↑

Der Erfolg von Pu der Bär war überwältigend: Allein in den ersten zehn Jahren nach dem Erscheinen wurde das Buch in vierzig Sprachen übersetzt. Für Milne wurde dieser Erfolg zur Belastung, denn sein selbstgestecktes Ziel war es, das zu schreiben, wozu er Lust hatte. Zuvor hatte er stets mit seinem Verleger über Änderungen der Richtung diskutieren müssen; nun drohte ihn der eine große Erfolg auf die Rolle des Kinderbuchautors festzulegen.

Die Wirkung reichte weit über sein Leben hinaus. Die Stofftiere seines Sohnes, die als Vorbild gedient hatten, sind heute in New York ausgestellt. Nach dem Tod von Christopher Robin Milne verkaufte dessen Witwe die Rechte an Pu dem Bären an die Walt Disney Company. Auch das einstige Landhaus Milnes machte noch einmal Schlagzeilen, als dort 1969 Brian Jones tot im Pool aufgefunden wurde.

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