Meisterwerke der Worte
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
Autoreneintrag · Robert A. Heinlein
Eingang · Autoren · Robert A. Heinlein
Porträt Robert A. Heinlein
Robert A. Heinlein
1907 – 1988
– Autorenporträt –

Robert A. Heinlein

1907 – 1988 · 80 Jahre

Amerikanischer Science-Fiction-Autor mit Wurzeln in der Marine, der mit Werken wie „Stranger in a Strange Land“ und „Starship Troopers“ bekannt wurde – einer der „Big Three“ neben Isaac Asimov und Arthur C. Clarke.

Kurzbiografie↑

Robert Anson Heinlein zählt zu den bekanntesten Science-Fiction-Autoren der Vereinigten Staaten. Geboren 1907 in Butler im Bundesstaat Missouri, ausgebildet zum Marineoffizier und erst nach einer Krankheit zum Schreiben gekommen, prägte er das Genre über ein halbes Jahrhundert hinweg. Gemeinsam mit Isaac Asimov und Arthur C. Clarke gilt er als einer der „Big Three“ der englischsprachigen Science-Fiction. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören Stranger in a Strange Land, Starship Troopers und The Moon Is a Harsh Mistress. Sechs Hugo Awards und der Titel eines „Großmeisters der Science-Fiction“ der Autorenvereinigung SFWA belegen, wie hoch er im Genre geschätzt wurde.


Biografie↑

Als drittes von sieben Kindern kam Robert A. Heinlein 1907 in Butler in Missouri zur Welt. Seine Eltern waren Rex Ivar und Bam Lyle Heinlein. Wenige Monate nach seiner Geburt zog die Familie nach Kansas City, wo er aufwuchs.

1925 wurde er an der Marineakademie von Annapolis zugelassen; 1929 machte er dort seinen Abschluss. Danach diente er auf verschiedenen Schiffen, unter anderem auf dem Flugzeugträger Lexington. 1934 zwang ihn eine Tuberkulose, die Laufbahn bei der Marine aufzugeben. Er begann ein Studium der Mathematik und Physik an der University of California in Los Angeles, musste es aber nach wenigen Wochen wegen eines Krankheitsrückfalls abbrechen.

Es folgten Jahre ohne festen Beruf. Heinlein versuchte sich im Silberbergbau, in der Politik und im Immobiliengeschäft, jeweils mit wenig Erfolg. 1938 stand er nahezu vor dem Bankrott. In dieser Lage wandte er sich dem Schreiben zu. Erzählungen wie Life-Line und Misfit erschienen 1939, und schon in den frühen 1940er Jahren entstand eine Reihe weiterer Geschichten, die er später unter dem Titel Future History zu einem gemeinsamen Zukunftsbild zusammenfasste. Manches davon veröffentlichte er unter Decknamen: Anson MacDonald, Lyle Monroe, Caleb Saunders, Simon York und John Riverside gehören zu den Namen, unter denen Texte von ihm erschienen sind.

Zwischen 1947 und 1958 schrieb er für den Verlag Scribner zwölf Jugendromane, die sogenannten „Heinlein Juveniles“. Sie beginnen mit Rocket Ship Galileo und erzählen zusammengenommen eine fortlaufende Geschichte von der Eroberung des Weltraums. Ein dreizehnter Roman, Starship Troopers, wurde von Scribner abgelehnt und erschien 1959 bei Putnams. In den 1960er Jahren entstanden seine bekanntesten Bücher für Erwachsene, darunter Stranger in a Strange Land und The Moon Is a Harsh Mistress. Bis in die 1980er Jahre hinein veröffentlichte er weiter, zuletzt Romane wie Friday, Job, A Comedy of Justice und The Cat Who Walks Through Walls. Sein früh geschriebener Roman For Us, the Living blieb zu Lebzeiten unveröffentlicht und erschien erst 2003.

Heinlein war dreimal verheiratet. Die Ehe mit Elinor Curry hielt nur etwa ein Jahr. Die zweite Ehe mit Leslyn MacDonald dauerte von 1932 bis 1947 und endete mit einer Scheidung. Von 1948 bis zu seinem Tod war er mit Virginia Doris Gerstenfeld verheiratet. Alle drei Ehen blieben kinderlos.

Geprägt haben ihn nach eigener Einschätzung die Wertvorstellungen seiner Zeit und seine Jahre bei der Marine. In dem erst nach seinem Tod veröffentlichten Reisebericht Tramp Royale, der in der McCarthy-Ära spielt, hält er fest, dass viele Amerikaner damals von einer „Schreckensherrschaft“ sprachen, ihn selbst das aber nicht schrecke.

Bereits in den 1970er Jahren war Heinlein mehrfach lebensbedrohlich erkrankt. Er starb im Mai 1988 in Carmel-by-the-Sea in Kalifornien an den Folgen einer Atemwegserkrankung. Das genaue Sterbedatum wird unterschiedlich angegeben: Die Normdaten verzeichnen den 8. Mai 1988, andere Darstellungen nennen den 9. Mai.


Literarische Merkmale↑

Heinleins Zukunftsentwürfe stützen sich stark auf die Ideale des Libertarismus, zu dem er sich ausdrücklich bekannte. Freiheit des Einzelnen, Misstrauen gegenüber staatlicher Bevormundung und die Frage, welche Ordnung eine Gesellschaft trägt, kehren in seinen Büchern immer wieder. Militärische Erfahrung schlug sich ebenso in seinen Werken nieder wie in seinem Charakter.

Auffällig ist die Planmäßigkeit, mit der er arbeitete. Die Future History verbindet Kurzgeschichten, Kurzromane und Romane zu einem durchgehenden Bild kommender Jahrhunderte; die Sammelbände Orphans of the Sky und The Past Through Tomorrow decken diesen Zusammenhang ab. Auch die zwölf Jugendromane für Scribner sind so angelegt, dass sie zusammen eine einzige große Erzählung von der Eroberung des Weltraums ergeben.

Sein Sprachwitz hat Spuren im Englischen hinterlassen. Aus seinen Erzählungen stammen Wörter, die dort feste Bestandteile geworden sind: „grok“, „TANSTAAFL“ und „Waldo“. Die Kurzgeschichte By His Bootstraps, deutsch Im Kreis, wirkte stark auf das Genre der Zeitreisegeschichten und gilt als eine der am häufigsten wiederabgedruckten Science-Fiction-Erzählungen überhaupt.

Ein Teil seiner Romane erschien anfangs nur in gekürzter Form, im Original wie in der Übersetzung. Bei Büchern wie Stranger in a Strange Land und The Puppet Masters kamen die vollständigen Fassungen erst Jahrzehnte später heraus.


Rezeption↑

Zu den erfolgreichsten Autoren der Science-Fiction wurde Heinlein schon zu Lebzeiten gerechnet. Sechsmal errang er den Hugo Award, und er galt als einer der „Großmeister der Science-Fiction“ der amerikanischen Autorenvereinigung SFWA. Zusammen mit Isaac Asimov und Arthur C. Clarke bildet er die „Big Three“ der englischsprachigen Science-Fiction.

Mehrere seiner Bücher wurden verfilmt. Aus Rocket Ship Galileo entstand der Film Destination Moon, auf Deutsch Endstation Mond; auch Starship Troopers kam ins Kino. Der Jugendroman Space Cadet diente als Vorbild für die Fernsehserie Tom Corbett, Space Cadet. Bis in die Gegenwart wirkt seine Wortprägung „grok“ nach: Sie gab der KI Grok des Unternehmens X ihren Namen.

Im deutschen Sprachraum ist Heinlein seit den frühen 1950er Jahren präsent. Der Berliner Verlag Gebrüder Weiß brachte zunächst die Jugendromane heraus, später erschienen seine Bücher vor allem bei Goldmann, Heyne und Bastei-Lübbe. Viele Titel wurden mehrfach neu übersetzt, oft unter wechselnden deutschen Namen: The Door into Summer etwa erschien zuerst als Tür in die Zukunft und später als Die Tür in den Sommer. Noch in den 2010er Jahren legten Verlage überarbeitete Neuausgaben vor, was zeigt, dass seine Bücher weiterhin gelesen werden.

Mitglieder des YouTube-Kanals erhalten das ganze Lexikon als PDF zum Download – zum Sammeln, Offline-Lesen und Ausdrucken. Mitglied werden →

Aus dem Werkverzeichnis↑

Im Lexikon

Weitere Werke (Auswahl)

Vollständiges Werkverzeichnis bei Wikipedia (84 weitere Titel)

meisterwerke-der-worte.de · Auszug aus dem Lexikon · Alle Rechte vorbehalten