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Werkseintrag · Die Pendragon-Legende
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Cover Die Pendragon-Legende
Die Pendragon-Legende
1934
– Werkseintrag –

Die Pendragon-Legende

1934 · Roman

Ein ungarischer Gelehrter reist nach Wales, um alte Rosenkreuzer-Schriften zu studieren, und gerät zwischen Familienlegende, Spuk und Verbrechen.

Überblick↑

Der Roman Die Pendragon-Legende erschien 1934 und war der erste veröffentlichte Roman des ungarischen Schriftstellers Antal Szerb. Das Buch verbindet Schauerroman, Kriminalgeschichte, Parodie und philosophische Betrachtung zu einer heiter-gruseligen Mischung. Eingewoben sind Anspielungen auf die Literatur und die Geheimlehren früherer Jahrhunderte, wie sie ein Literaturwissenschaftler kennt. Der ungarische Originaltitel lautet A Pendragon legenda. Die Handlung spielt in England und Wales.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Im Mittelpunkt steht János Bátky, ein Gelehrter für englische Literatur. Der Graf von Gwynedd lädt ihn ein, in seiner Bibliothek den Nachlass der Rosenkreuzer zu studieren. Was als stille Forschungsarbeit beginnt, führt den Wissenschaftler mitten in eine Kriminalgeschichte hinein. Um die Familie Gwynedd rankt sich eine alte Legende, und der Gelehrte muss feststellen, dass die Papiere in der Bibliothek für manche Menschen der Gegenwart alles andere als harmlose Altertümer sind. Der Roman führt seinen Helden von London aus in die walisische Landschaft und verschränkt dabei mehrere Handlungsfäden miteinander.

Die Handlung im Detail↑

Nach London gerufen fühlt sich der ungarische Gelehrte János Bátky in seinem Element: Er ist Magister der englischen Literatur und lebt für seine Studien. Der Graf von Gwynedd wird auf ihn aufmerksam und lädt ihn ein, das Erbe der Rosenkreuzer zu erforschen, das in der gräflichen Bibliothek aufbewahrt wird. Bátky folgt der Einladung und reist nach Wales.

Statt eines ruhigen Forschungsaufenthalts erwartet ihn dort eine Verbrechensgeschichte, in die er selbst hineingezogen wird. Die alten Schriften und die Familiengeschichte der Gwynedds erweisen sich als brisant, und um den Gelehrten herum entsteht ein Geflecht aus Verdächtigungen, unheimlichen Vorgängen und handfesten Interessen.

Die Familie Gwynedd, aus der die Hauptfiguren stammen, führt ihre Herkunft auf tatsächliche historische Gestalten zurück: auf Llywelyn ab Iorwerth und dessen Enkel Llywelyn ap Gruffudd. Alle übrigen Familienmitglieder hat Szerb erfunden. Historisch verbürgt sind dagegen auch die Rosenkreuzer selbst mit ihrem sagenhaften Gründer Christian Rosenkreutz, ferner Paracelsus, Robert Fludd und der Graf von Saint-Germain. Ebenso echt sind die Schriften, auf die sich der Roman bezieht: die Chymische Hochzeit, die Fama Fraternitatis R.C. und die Confessio Fraternitatis R. C.

Der Roman ist kunstvoll gebaut und führt mehrere Erzählstränge nebeneinander her. Erst im Finale laufen diese Linien zusammen und fügen sich zu einem Ganzen. In der Gestalt des Erzählers János Bátky ist unschwer der Autor selbst zu erkennen.

Stil↑

Kennzeichnend für das Buch ist die Mischung der Tonlagen: Schauerliches und Komisches stehen dicht beieinander, das Rätselhafte wird mit Ironie behandelt. Szerb hatte europäische Literatur studiert und von 1929 bis 1930 in England gelebt. Sein Interesse an der englischen Literatur schlug sich in mehreren Arbeiten nieder, darunter Studien über Chesterton und Huxley sowie der Überblicksaufsatz Az angol irodalom kistükre.

Diese Belesenheit prägt den Roman. Das Übernatürliche übernimmt Szerb von Gilbert Keith Chesterton und John Cowper Powys, die Stimmung von John Collier und David Garnett, den Aufbau und die geistige Beweglichkeit von Aldous Huxley und Virginia Woolf. Dazu kommt der gelehrte Zug des Buches: Die Handlung ist mit literaturwissenschaftlicher Forschung verwoben, und die Parodie spielt mit den Formen, die sie zugleich benutzt.

Rezeption↑

Bereits im Jahr nach dem Erscheinen wurde der Roman von mehreren ungarischen Zeitschriften nachgedruckt, darunter Erdélyi Helikon, Pásztortűz, Írás und Nyugat. In der neueren Kritik gilt das Buch als Vorläufer von Umberto Ecos Roman Der Name der Rose.

Das Werk fand seinen Weg in mehrere Sprachen: Es wurde ins Tschechische, Englische, Deutsche, Spanische und Französische übersetzt. Auf Russisch erschien es erstmals 1991.

Auch Film und Bühne haben sich des Stoffes angenommen. 1974 kam die Verfilmung A Pendragon legenda unter der Regie von György Révész heraus. 1982 bearbeitete der Dramatiker Imre Bencsik den Roman für die Bühne unter dem Titel Úriember, jó kriptából.

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