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Werkseintrag · Die Waffen nieder!
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Cover Die Waffen nieder!
Die Waffen nieder!
1889
– Werkseintrag –

Die Waffen nieder!

1889 · Roman

Aus der Sicht einer Frau, die einen Krieg nach dem anderen überlebt, wurde dieser Roman zum leidenschaftlichen Aufruf gegen die Waffen und zum Signalwerk der Friedensbewegung.

Überblick

Der Roman Die Waffen nieder! ist eines der bekanntesten Werke der österreichischen Autorin und Friedensaktivistin Bertha von Suttner. Das Buch erschien 1889 im Verlag Edgar Pierson in Dresden und Leipzig. Innerhalb kurzer Zeit erreichte es eine große Bekanntheit und wurde in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt. Der Roman erhebt eine klare Anklage gegen den Krieg. Er galt lange als eines der wichtigsten Werke der Antikriegsliteratur, bis 1929 Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque erschien.

Inhalt (ohne Spoiler)

Erzählt wird das Leben der aus Wien stammenden Gräfin Martha Althaus, und zwar aus ihrer eigenen Sicht. Als junge Frau erlebt sie den Sardinischen Krieg von 1859, in dem Österreich gegen Sardinien und Frankreich kämpft. Der Krieg trifft sie hart und macht sie zur überzeugten Gegnerin jeder Waffengewalt.

Ihr Weg führt sie durch mehrere Kriege des 19. Jahrhunderts, die das Leben ihrer Familie und ihres Umfelds prägen. An ihrer Seite steht ihr Mann, Baron Friedrich Tilling, der ihre Überzeugungen teilt, obwohl er selbst Offizier in der österreichischen Armee ist. So gerät er in einen Zwiespalt zwischen Pflicht und Gewissen.

Bertha von Suttner wählte für ihr Anliegen bewusst die Romanform anstelle eines Sachbuchs. Sie war überzeugt, auf diese Weise ein breiteres Publikum zu erreichen. Neben der Frage von Krieg und Frieden behandelt das Buch auch das Selbstverständnis der Frauen und ihre Rolle in der Gesellschaft.

Die Handlung im Detail

Geschildert wird aus der Ich-Perspektive das Leben der aus Wien stammenden Gräfin Martha Althaus im Zusammenhang mit vier Kriegen. Im Sardinischen Krieg von 1859 zwischen Österreich auf der einen und Sardinien sowie Frankreich auf der anderen Seite verliert Martha im Alter von neunzehn Jahren ihren ersten Mann, Graf Arno Dotzky. Dieser Verlust macht sie zur überzeugten Pazifistin.

Ihr zweiter Mann, Baron Friedrich Tilling, teilt ihre Ansichten, obwohl er selbst Offizier in der Armee Österreichs ist. Er nimmt mit der österreichischen Armee am Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 und am Deutschen Krieg des Jahres 1866 teil. Marthas Schwestern und ihr Bruder sterben an den Folgen der Cholera, die durch den Krieg ausgelöst wird. Auch ihr Vater stirbt, aus Gram über den Verlust seiner Kinder.

Daraufhin zieht sich Friedrich Tilling aus der Armee zurück, um Marthas Friedensarbeit zu unterstützen. Als sich das Paar 1870 bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges in Paris aufhält, wird Tilling verdächtigt, ein preußischer Spion zu sein, und standrechtlich erschossen. Marthas Sohn Rudolf aus erster Ehe beginnt nun, sich für die Ziele seiner Mutter einzusetzen. So trägt sich der Gedanke des Friedens in die nächste Generation weiter.

Stil

Kennzeichnend für das Werk ist die durchgehende Ich-Erzählung. Die Gräfin Martha Althaus berichtet selbst von ihrem Leben, und diese persönliche Sicht rückt den Leser dicht an das Geschehen heran. Der Krieg erscheint nicht als abstraktes politisches Ereignis, sondern als unmittelbare Erfahrung einer einzelnen Frau, die Verlust um Verlust erleidet.

Bertha von Suttner entschied sich bewusst gegen ein Sachbuch und für die Form des Romans. Sie war überzeugt, mit einer erzählten Lebensgeschichte ein breiteres Publikum zu erreichen als mit einer bloßen Abhandlung. Ihr pazifistisches Anliegen verband sie dabei mit der Frage nach dem Selbstverständnis und der Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Diese Verbindung von Zeitkritik und persönlichem Schicksal trug wesentlich zur Wirkung des Buches bei.

Rezeption

Das Buch erreichte innerhalb kurzer Zeit eine große Verbreitung. Allein bis 1905 wurde es bei verschiedenen deutschsprachigen Verlagen in insgesamt 37 Auflagen gedruckt. Es galt als eines der wichtigsten Werke der Antikriegsliteratur, bis 1929 Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque herauskam.

Rasch folgten Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. Drei Jahre nach der deutschen Erstveröffentlichung erschien 1892 eine englische Ausgabe unter dem Titel Lay Down Your Arms, 1897 eine italienische, 1899 eine französische und 1905 eine spanische. Insgesamt wurde das Werk in mehr als fünfzehn Sprachen übertragen, darunter ins Finnische, Dänische, Norwegische, Schwedische und Tschechische.

Der Titel des Romans lebte auch über das Buch hinaus fort. Von 1892 bis 1899 gab Bertha von Suttner zusammen mit Alfred Hermann Fried die Zeitschrift Die Waffen nieder! Monatsschrift zur Förderung der Friedensbewegung heraus. Ein 1903 unter dem Titel Marthas Kinder erschienener Nachfolgeband erreichte jedoch nicht die Popularität des ersten Buches.

Auch andere Künste griffen den Stoff auf. Robert Overweg verfasste unter dem Pseudonym Hans Engler ein Drama in vier Akten nach dem Roman, das 1893 in Leipzig veröffentlicht wurde. Verfilmt wurde das Werk zweimal: 1914 als dänischer Film, zu dem Carl Theodor Dreyer das Drehbuch schrieb und Holger-Madsen Regie führte, sowie ein zweites Mal 1952. Die Parole „Die Waffen nieder!“ findet sich zudem in Liedern von Reinhard Mey und Heinz Rudolf Kunze wieder.

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