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Werkseintrag · Der Malteser Falke
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Der Malteser Falke
1929
– Werkseintrag –

Der Malteser Falke

1929 · Roman

Eine Klientin mit falschem Namen, zwei Tote binnen weniger Stunden und eine schwarze Vogelfigur, hinter der in San Francisco mehrere Leute mit gezogener Waffe her sind.

Überblick↑

Der Kriminalroman Der Malteser Falke von Dashiell Hammett erschien 1929 zunächst als Feuilletonroman in der Zeitschrift Black Mask. Im Jahr darauf kam er als Buch heraus. Sein nüchterner, wirklichkeitsnaher Ton prägte das Genre nachhaltig; heute gilt das Buch als Klassiker. Auch wirtschaftlich war der Roman erfolgreich. Hollywood verfilmte den Stoff dreimal, 1931, 1936 und 1941. Der titelgebende Falke ist eine mit Edelsteinen besetzte Goldstatuette, die zur Tarnung schwarz überzogen wurde.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

In San Francisco, Ende der zwanziger Jahre, betreiben Sam Spade und Miles Archer eine Detektei. Eine auffallend hübsche junge Frau, die sich Miss Wonderly nennt, bittet die beiden um einen scheinbar harmlosen Gefallen: Sie sollen einen Mann namens Floyd Thursby beschatten, der angeblich mit ihrer Schwester durchgebrannt ist. Die Geschichte klingt wenig glaubwürdig, aber die Klientin zahlt gut, und so nehmen die Partner den Auftrag an.

Noch in derselben Nacht erhält Spade einen Anruf der Polizei. Sein Partner ist erschossen worden. Wenige Stunden später stirbt auch der beschattete Thursby. Spade schweigt gegenüber den Beamten über seine Auftraggeberin und gerät dadurch selbst in Verdacht.

Bald zeigt sich, dass die Klientin nicht nur einen falschen Namen benutzt hat. Ein sonderbarer Besucher namens Joel Cairo taucht in Spades Büro auf und bietet viel Geld für die Figur eines schwarzen Vogels, die kürzlich in der Stadt eingetroffen sein soll. Ein junger Mann heftet sich an Spades Fersen, und im Hintergrund steht ein Mann, den die Beteiligten nur „G“ nennen und vor dem sie sichtlich Angst haben. Spade bewegt sich zwischen Polizei, Lügnern und Bewaffneten, verrät niemandem alles und verfolgt eigene Absichten.

Die Handlung im Detail↑

Sam Spade und Miles Archer nehmen den Auftrag der angeblichen Miss Wonderly an. In der Nacht wird Archer erschossen, kurz darauf auch Thursby. Lieutenant Dundy vermutet, Spade habe Thursby getötet, um den Partner zu rächen. Am Morgen erscheint Archers Witwe Iva im Büro; sie und Spade hatten hinter dem Rücken des Partners eine Affäre. Iva fragt, ob Spade ihren Mann umgebracht habe, um sie heiraten zu können.

Spade lässt seine Sekretärin Effie Perine das Türschild „Spade & Archer“ durch „Samuel Spade“ ersetzen und sucht die Klientin im Hotel auf. Dort erfährt er, dass sie in Wahrheit Brigid O'Shaughnessy heißt und die Geschichte von der Schwester frei erfunden war. Geglaubt, sagt Spade, habe er ihr ohnehin nie; bezahlt worden sei gut. Danach erscheint Joel Cairo im Büro und bietet 5.000 Dollar für einen schwarzen Vogel. Cairo zieht eine Pistole und will das Büro durchsuchen, doch Spade überlistet ihn und schlägt ihn nieder. Es zeigt sich, dass Cairo und Brigid einander von früher kennen. Brigid wird bei Cairos Namen nervös und bittet Spade, ein Treffen einzufädeln.

Nachts treffen sich die drei in Spades Wohnung. Cairo will zahlen, Brigid behauptet, den Vogel nicht zu besitzen. Beide sprechen ängstlich von einem gewissen „G“. Mitten im Streit klingeln die Polizisten Polhaus und Dundy. Sie wollen schon wieder abziehen, da schreit Cairo auf. Die Beamten dringen ein und wollen alle drei festnehmen. Spade behauptet, man habe nur eine Szene gespielt, um zu sehen, ob die Polizei darauf hereinfalle. Widerwillig lassen die Beamten es gelten, nehmen Cairo aber zum Verhör mit. Brigid schweigt weiter über den Vogel. In derselben Nacht kommen sie und Spade einander näher.

Ein junger Mann namens Wilmer Cook verfolgt Spade seit einiger Zeit. Spade stellt ihn und lässt ausrichten, sein Chef solle sich zeigen. Tatsächlich ruft Casper Gutman an, den man „G“ nennt, und lädt Spade in sein Hotelzimmer. Gutman bietet eine hohe Summe. Spade blufft, er könne den Vogel beschaffen, müsse dafür aber wissen, worum es gehe. Stunden später rückt Gutman mit der Geschichte heraus: Der Falke sei ein Geschenk des Malteserordens an den König von Spanien gewesen und auf der Überfahrt verloren gegangen. Er sei über und über mit Juwelen besetzt, doch decke eine schwarze Emailschicht den Wert zu. Gutman jage der Figur seit siebzehn Jahren nach und habe sie bei einem russischen General in Istanbul aufgespürt. Brigid sollte sie für ihn kaufen. Der General wurde misstrauisch und verweigerte den Verkauf, worauf Brigid den Falken stahl und für sich behalten wollte. Sie nahm Cairo als Partner, misstraute ihm bald und holte sich den in die Fremde geflohenen amerikanischen Gangster Floyd Thursby als Beschützer. Brigid und Thursby schoben Cairo eine Straftat unter; während er im Gefängnis saß, flohen die beiden nach Hongkong.

Gutman hat Spades Whisky mit Drogen versetzt, und der Detektiv sackt zusammen. Als er Stunden später erwacht, ist das Zimmer leer. Zurück im Büro erscheint der schwer verletzte Kapitän Jacobi vom Schiff La Paloma mit einem Paket und stirbt an seinen Schusswunden. Im Paket liegt der Vogel. Brigid ruft an und bittet dringend um Hilfe. Spade gibt das Paket in einer Gepäckaufbewahrung ab und fährt zur La Paloma, die in Flammen steht. In Gutmans Hotelzimmer, wo Brigid sein soll, trifft er nur dessen jugendliche Tochter Rhea an. Sie steht unter Drogen und ist mit falschen Angaben gefüttert worden, sodass sie Spade zunächst an einen abgelegenen Ort lockt.

In seiner Wohnung warten schließlich Brigid, Cairo, Gutman und Wilmer. Gutman übergibt 10.000 Dollar, doch Spade verlangt mehr: Man brauche einen Schuldigen für die Polizei. Nach zähem Hin und Her fällt die Wahl auf Wilmer, denn er besitzt die Waffe, mit der Archer und der Kapitän erschossen wurden. Während der Verhandlung erfährt Spade weitere Einzelheiten zu den Morden. Dann lässt er sich von Effie den Vogel bringen. Gutman kratzt die Bemalung an einer Stelle ab und muss erkennen, dass die Figur eine Fälschung ist. Im allgemeinen Aufruhr entkommt Wilmer, der sich von Gutman verraten fühlt. Gutman fasst sich, will die Suche fortsetzen und zwingt Spade mit der Pistole, das Geld zurückzugeben; nur 1.000 Dollar behält der Detektiv für seine Mühe.

Kaum sind Cairo und Gutman fort, ruft Spade die Polizei an. Er meldet, Wilmer habe Thursby und Kapitän Jacobi getötet, nennt Gutman als Drahtzieher und gibt dessen Adresse an. Gutman hatte damit nicht gerechnet, weil Spade selbst zu tief in der Sache zu stecken schien. Spade muss die eigene Festnahme fürchten und stellt nun Brigid zur Rede, die er für Archers Mörderin hält. Sie gesteht: Sie hatte die Detektei beauftragt, um Thursby aus San Francisco zu vertreiben. Als der sich vom Verfolger unbeeindruckt zeigte, erschoss sie Archer kaltblütig, um Thursby den Mord anzuhängen und ihn so loszuwerden. Als auch Thursby ermordet wurde, begriff sie, dass Gutman in der Stadt war und ihr nachstellte. Deshalb suchte sie bei Spade Schutz.

Nun beteuert Brigid ihre Liebe und will, dass er sie deckt. Spade lehnt kühl ab und zählt seine Gründe auf: Sie hat seinen Partner erschossen, und die Ehre eines Detektivs verbiete es ihm, sie laufen zu lassen. Deckte er sie, gälte er selbst als Mörder. Und jederzeit könnte sie ihn als Mitwisser anzeigen und womöglich an den Galgen bringen. Als hübsche, charmante Frau habe sie gute Aussichten, Staatsanwalt und Geschworene so einzunehmen, dass sie mit zwanzig Jahren Haft davonkomme. Werde sie doch gehängt, verspricht er, immer an sie zu denken. Kaum ist dieser „Trost“ ausgesprochen, trifft die Polizei ein und nimmt Brigid fest. Spade erfährt, dass Wilmer vor dem Hotel gewartet und Gutman für den Verrat erschossen hat; Cairo hat ein ausführliches Geständnis abgelegt. Wenig später sitzt Spade wieder wie gewohnt im Büro. Effie meldet ihm, Iva Archer wolle ihn sprechen.

Stil↑

Ein knapper, wirklichkeitsnaher Ton bestimmt den Roman. Hammett verzichtet auf ausschmückende Umschweife und schreibt präzise, fast protokollhaft. Diese Sachlichkeit war es, die stilbildend auf spätere Kriminalromane wirkte.

Die Geschichte wird aus dichter Nähe zum Detektiv erzählt, ohne dass der Leser Einblick in dessen Absichten erhielte. Spades Bluffs, seine halben Wahrheiten und seine Manöver gegenüber Polizei wie Auftraggebern bleiben lange undurchschaubar. Getragen wird das Buch von Gesprächen: Verhandlungen, Verhöre und Wortgefechte in Hotelzimmern, Büros und Wohnungen bilden das Gerüst der Handlung. Der Schauplatz San Francisco und die Zeit gegen Ende der zwanziger Jahre geben dem Ganzen einen festen, greifbaren Rahmen.

Rezeption↑

Bereits die Veröffentlichung als Fortsetzungsgeschichte in Black Mask fand Beachtung, und der Roman erwies sich auch als Buch kommerziell als erfolgreich. Sein nüchterner Erzählton wirkte auf spätere Werke des Genres stilbildend.

Hollywood griff den Stoff dreimal auf. Eine erste Verfilmung unter dem Originaltitel entstand 1931 in der Regie von Roy Del Ruth. Es folgte 1936 Der Satan und die Lady von William Dieterle. Die dritte Fassung von 1941 trägt im Deutschen den Titel Die Spur des Falken und stammt von John Huston. Heute gilt das Buch allgemein als Klassiker der Kriminalliteratur.

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