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Werkseintrag · Der große Gatsby
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Cover Der große Gatsby
Der große Gatsby
1925
– Werkseintrag –

Der große Gatsby

1925 · Roman

Ein geheimnisvoller Millionär feiert rauschende Feste in der Hoffnung, die große Liebe seiner Jugend zurückzugewinnen – ein glanzvolles und ernüchterndes Sittenbild der 1920er Jahre in Amerika.

Überblick↑

Der Roman Der große Gatsby (Originaltitel The Great Gatsby) erschien im April 1925 und gilt als das Meisterwerk des US-amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald. Er spielt im Sommer 1922 in der erdachten Stadt West Egg auf der Insel Long Island, nordöstlich von New York City. Im Mittelpunkt steht Jay Gatsby, ein junger und geheimnisvoller Millionär, der seit Jahren die schöne Daisy Buchanan liebt. Sie hat während seines Militärdienstes einen anderen Mann geheiratet.

Fitzgerald verbindet in dem Buch Themen wie Reichtum und Dekadenz, Ausschweifung, Idealismus und den Widerstand gegen gesellschaftliche Veränderungen. Zugleich zeichnet er ein Bild der sogenannten „Roaring Twenties“ – jener 1920er Jahre in den Vereinigten Staaten, die von wirtschaftlichem Aufschwung, dem Alkoholverbot der Prohibition, Kriminalität, Jazz und dem Lebensgefühl der jungen „Flapper“-Frauen geprägt waren. Heute wird das Werk zu den wichtigsten Romanen der amerikanischen Moderne gezählt.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Aus der Sicht des jungen Nick Carraway entfaltet sich die Geschichte eines einzigen Sommers. Carraway kommt 1922 nach New York, um sich als Wertpapierhändler zu versuchen, und bezieht ein altes, bescheidenes Haus in West Egg an der Ostküste. Sein Nachbar ist Jay Gatsby, ein junger Millionär, der in einem palastartigen Anwesen wohnt. Woher Gatsby stammt, wie er zu seinem Vermögen gekommen ist und wer er wirklich ist, weiß niemand genau – über ihn kursieren die wildesten Gerüchte.

In seinem Haus veranstaltet Gatsby rauschende Tanzfeste für die New Yorker Gesellschaft. Trotz des Glanzes ist er ein einsamer Mann. Sein einziges Ziel ist es, die Vergangenheit zurückzuholen und wieder mit Daisy zusammenzukommen, der Liebe seines Lebens. Doch Daisy ist inzwischen mit dem wohlhabenden, raubeinigen Tom Buchanan verheiratet, mit dem sie eine kleine Tochter hat. Das Ehepaar lebt auf der anderen Seite der Bucht in East Egg. Nick, ein Cousin zweiten Grades von Daisy, gerät bald zwischen die Fronten dieser alten und neuen Gefühle. An seiner Seite steht die selbstbewusste, ein wenig berechnende Jordan Baker.

Die Handlung im Detail↑

Nick Carraway erzählt von seiner Ankunft in West Egg und seinen ersten Begegnungen mit den Menschen um ihn herum. Zu Beginn besucht er das Ehepaar Buchanan auf seinem Anwesen in East Egg. Dort lernt er die junge, attraktive Jordan Baker kennen, eine Bekannte Daisys. Nick und Jordan kommen sich im Laufe der Wochen näher, gehen am Ende aber keine feste Beziehung ein. Er erfährt außerdem, dass Tom Buchanan seine Frau seit längerem mit Myrtle Wilson betrügt, der Frau eines einfachen Tankstellenbesitzers.

Nach und nach klärt sich die Vorgeschichte Gatsbys. Während er als Soldat im Ersten Weltkrieg in Frankreich kämpfte, hatte Daisy nicht auf ihn gewartet, sondern Tom geheiratet. Gatsby hat seither nur ein Ziel: Daisy zurückzugewinnen. Mit Jordans und schließlich Nicks Hilfe kommt es zum Wiedersehen der beiden. Daisy ist von da an zwischen ihrem Ehemann und Gatsby hin- und hergerissen.

Bei einem gemeinsamen Treffen der Beteiligten, das in einen Ausflug mit den Autos von Tom und Gatsby nach New York mündet, erkennt Tom, dass er Daisy an Gatsby zu verlieren droht. Es kommt zu einem heftigen Wortgefecht zwischen den beiden Männern, in dem jeder Daisys Liebe für sich beansprucht. Zornig schickt Tom Gatsby und Daisy zusammen nach Hause.

Auf der Rückfahrt läuft Myrtle Wilson in den Wagen und wird tödlich verletzt. Daisy sitzt am Steuer und fährt in Panik weiter. Später gesteht Gatsby dem Erzähler Nick, dass er die Schuld für den Unfall aus Liebe zu Daisy auf sich nehmen will. Unterdessen verrät Tom dem verzweifelten Witwer George Wilson, dass der Unfallwagen Gatsby gehört. Wilson folgert daraus, Gatsby habe seine Frau getötet. Am nächsten Morgen erschießt er erst Gatsby und dann sich selbst.

Zu Gatsbys Beerdigung erscheint fast niemand. Nur Nick ist da, dazu Gatsbys Vater Henry C. Gatz – hier wird auch klar, dass Gatsbys wirklicher Name James Gatz lautete. Zuletzt kommt noch ein geheimnisvoller Unbekannter, dem Nick und Jordan Monate zuvor auf einem von Gatsbys Festen in der Bibliothek begegnet waren, als er im Rausch die „Echtheit“ der Bücher bestaunte. Von all den Gästen, die Gatsbys Feste bevölkert hatten, bleibt am Ende keiner an seiner Seite.

Stil↑

Erzählt wird das Geschehen durchgehend aus der Ich-Perspektive des Nick Carraway. Er ist zugleich Beteiligter und Beobachter: Er steht der Welt der Reichen nahe genug, um sie von innen zu schildern, und bleibt ihr fremd genug, um sie mit kritischem Blick zu betrachten. Dadurch erhält die Geschichte einen doppelten Ton – ergriffen von Gatsbys Traum und zugleich ernüchtert über die Menschen, die ihn umgeben.

Die Schauplätze sind sorgfältig gegeneinandergesetzt. West Egg, wo der neu zu Geld gekommene Gatsby wohnt, steht dem vornehmen East Egg der alteingesessenen Buchanans gegenüber. In diesem Gegenüber spiegelt sich der Unterschied zwischen erarbeitetem und ererbtem Reichtum. Fitzgerald fängt das Lebensgefühl der 1920er Jahre in dichten Bildern ein: die lärmenden Feste, den Jazz, den Glanz und die Leere hinter der Fassade. So verbindet der Roman die genaue Beobachtung einer Gesellschaft mit dem stillen Untergang eines einzelnen Traums.

Rezeption↑

Anfangs blieb der Erfolg aus. Die Kritiken fielen verhalten aus, und in den ersten Monaten nach dem Erscheinen wurden nur rund 20.000 Exemplare verkauft. Als Fitzgerald 1940 starb, war er überzeugt, dass sein gesamtes Werk in Vergessenheit geraten werde.

Es kam anders. In den 1940er Jahren entdeckte ein breiteres Publikum seine Romane wieder, allen voran Der große Gatsby. Heute zählt das Buch zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Moderne. T. S. Eliot sah in ihm den ersten Entwicklungsschritt, den der amerikanische Roman seit Henry James gemacht habe. Das Magazin Time nahm den Roman in seine Auswahl der 100 besten englischsprachigen Romane zwischen 1923 und 2005 auf. Die Modern Library setzte ihn 1998 auf Rang 2 ihrer Liste der 100 besten englischsprachigen Romane des 20. Jahrhunderts – damit war Fitzgerald der höchstplatzierte US-Amerikaner dieser Liste.

Auch Film und Bühne haben den Stoff immer wieder aufgegriffen. Zu den bekannteren Verfilmungen zählen die von Jack Clayton aus dem Jahr 1974 und die aufwendige, farbenprächtige Fassung von Baz Luhrmann aus dem Jahr 2013. So ist Gatsbys Geschichte längst über das Buch hinaus zu einem festen Bild der 1920er Jahre geworden.

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