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Terenz
Kurzporträt↑
Zu den bekanntesten Komödiendichtern der römischen Antike zählt Publius Terentius Afer, zumeist einfach Terenz genannt. Er wirkte neben Plautus als einer der bedeutendsten römischen Dichter der Archaik. Er stand dem aristokratischen Scipionenkreis nahe. Erhalten sind von ihm sechs Komödien. Sie entstanden und wurden zwischen 166 und 160 v. Chr. aufgeführt. Geboren wurde er in Karthago. Gestorben ist er um 159 v. Chr. in Griechenland.
Biografie↑
Über die Geburt des Terenz ist nichts Genaues bekannt. Schon die Antike war sich uneins. Laut Aelius Donatus kam er 195 v. Chr. in Karthago zur Welt. Der römische Historiker Fenestella setzte die Geburt dagegen in das Jahr 184 v. Chr. Auch die heutigen Quellen widersprechen sich. Wikidata nennt das Jahr 185 v. Chr. Die Deutsche Biographie verzeichnet um 195 v. Chr. Festhalten lässt sich nur, dass seine Geburt zwischen 195 und 184 v. Chr. anzusetzen ist.
Terenz kam als Sklave nach Rom. Sein Herr, der Senator Terentius Lucanus, erkannte seine Begabung. Er sorgte für eine gute Ausbildung und ließ ihn frei. Entsprechend nahm der Freigelassene den Namen seines Herrn an und nannte sich fortan Publius Terentius. Der Beiname Afer, „der Afrikaner", deutet auf seine Herkunft von einem libyschen Stamm hin. Sein ursprünglicher Name ist nicht überliefert.
Mit Scipio und Laelius soll Terenz befreundet gewesen sein. Beide waren jedoch deutlich jünger als er. Porcius Licinus behauptete im zweiten Jahrhundert einen „intimen Verkehr" mit ihnen. Dieser gilt als unbelegt.
Kurz nach einer der letzten Aufführungen seiner Stücke im Jahr 160 v. Chr. reiste Terenz zu Bildungszwecken nach Griechenland. Im folgenden Jahr starb er dort. Auch beim Todesjahr gehen die Angaben auseinander. Die überlieferten Daten schwanken zwischen 159 und 158 v. Chr. Wikidata und die Deutsche Biographie nennen übereinstimmend 159 v. Chr. Die Todesursache ist nicht geklärt. Sueton zufolge erlitt er auf der Heimreise Schiffbruch und kam dabei um. Anderen Versionen zufolge soll er aus Trauer über den Verlust seiner in Griechenland geschaffenen Werke gestorben sein.
Literarische Merkmale↑
Maßvoll und gepflegt gestaltete Terenz das bürgerliche Alltagsleben seiner Zeit. Seine Komödien zeichnen die handelnden Personen sorgfältig und lebensecht. Ihre Themen bilden Erziehungsprobleme, Ehefragen und Liebesverwicklungen. Getragen sind die Stücke von großer Menschlichkeit. Dafür steht ein Vers aus dem Heautontimorumenos ein: „Homo sum: humani nil a me alienum puto – Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd."
Vom etwa fünfzig Jahre älteren Plautus unterscheidet ihn der Verzicht auf drastische Komik, groben volkstümlichen Scherz und Vulgäres. Die Handlung führte er planmäßig und kunstvoll. Die Sprache hielt er als gepflegte Konversationssprache. Inszeniert wurden seine Stücke von dem Schauspieler Ambivius Turpio.
Rezeption↑
Vorbild für Terenz waren die Komödien der neuen attischen Komödie, besonders die nur teilweise erhaltenen Werke des Menander und des Apollodor von Karystos. Mitunter arbeitete er zwei griechische Stücke zu einem zusammen. In seiner Andria etwa verband er Menanders Andria und Perinthia. In den Prologen seiner Komödien verteidigte er sich daher oft gegen den Vorwurf des Plagiats. Zugleich rechtfertigte er die Mitarbeit adliger Freunde, zum Beispiel an dem Stück Adelphoe.
Mit ihrer kunstvoll angelegten Handlungsführung und ihrer gepflegten Sprache fanden seine Komödien besonders bei den gebildeten Schichten rasch Anklang. Das breitere Publikum dagegen fand erst allmählich einen Zugang. So mussten die ersten Aufführungen der Hecyra abgebrochen werden, weil sich das römische Publikum lieber Boxkämpfen und Gladiatorenspielen zuwandte. Erst im Jahr 160 v. Chr. ließ sich das Stück vollständig darbieten.
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