1847 – 1910
Kálmán Mikszáth
Kurzbiografie↑
Kálmán Mikszáth war ein ungarischer Schriftsteller, Journalist und Politiker des 19. Jahrhunderts. Geboren 1847 in Szklabonya, das damals zum Kaisertum Österreich gehörte, wuchs er in einer wohlhabenden Familie des ungarischen Kleinadels auf. Mit Novellen und Romanen wie Der sprechende Kaftan und Sankt Peters Regenschirm zählte er zu den führenden ungarischen Novellisten seiner Zeit. Neben seiner literarischen Arbeit war er über viele Jahre Abgeordneter im Ungarischen Reichstag. Er starb 1910 in Budapest.
Biografie↑
Geboren wurde Kálmán Mikszáth am 16. Januar 1847 in Szklabonya im damaligen Kaisertum Österreich. Seine Familie gehörte dem gut situierten ungarischen Kleinadel an. Sein Vater János Mixadt war ein begüterter Großgrundbesitzer, die Mutter Mária Veres stammte ebenfalls aus einer Kleinadelsfamilie. Beide Eltern waren evangelisch-lutherischen Glaubens; ein großer Teil der Vorfahren väterlicherseits waren evangelisch-lutherische Prediger, die den Familiennamen mit „Mixadt“ schrieben.
Zwischen 1857 und 1863 besuchte Mikszáth das Gymnasium in Großsteffelsdorf, danach das evangelische Gymnasium in Schemnitz, wo er im Juni 1866 sein Abitur ablegte. Anschließend studierte er an der Universität von Pest Jura. Danach wurde er Richter in Balassagyarmat.
Ab 1873 arbeitete er als Journalist für verschiedene Zeitungen, unter anderem für den Pesti Hírlap. Im selben Jahr übersiedelte er nach Budapest und wurde Mitarbeiter mehrerer Blätter. Seine ersten Novellen waren schon seit 1869 erschienen, hatten zunächst aber wenig Erfolg. 1878 wurde er Mitglied der Petőfi-Gesellschaft, 1882 der Kisfaludy-Gesellschaft. 1899 wurde er korrespondierendes Mitglied und 1905 Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.
Auch politisch war Mikszáth aktiv. 1887 wurde er als Mitglied der Liberalen Partei in den Reichstag gewählt, dem er bis 1910 als Abgeordneter angehörte. In seinen letzten Lebensjahren zog er sich von der Politik und dem öffentlichen Leben immer mehr zurück. Er lebte meist zurückgezogen auf seinem kleinen Landgut in Horpács und widmete sich der Literatur.
Sein Privatleben war von einer ungewöhnlichen Wendung geprägt. Am 13. Juli 1873 heiratete er in Pest Maria Ilona Mauks, und zwar gegen den Willen ihrer Eltern. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde die Ehe 1878 geschieden. Am 1. Januar 1883 heirateten die beiden ein zweites Mal. Aus den Ehen gingen vier Kinder hervor, von denen zwei früh starben.
Mit Werken wie Der sprechende Kaftan (1889) und Sankt Peters Regenschirm (1895) wurde Mikszáth zu einem der führenden ungarischen Novellisten des 19. Jahrhunderts. Er starb am 28. Mai 1910 in Budapest und wurde auf dem Kerepesi temető beigesetzt.
Literarische Merkmale↑
Prägend für Mikszáths Erzählen ist die Welt, aus der er selbst stammte: der ungarische Kleinadel und das Landleben. Diese Herkunft klingt schon in den Titeln seiner frühen Sammlungen an, etwa Die slowakischen Verwandten (1881) und Die guten Palóczen (1882). Aus diesem Stoff formte er Novellen und Romane, mit denen er sich als einer der führenden ungarischen Novellisten des 19. Jahrhunderts einen Namen machte.
Rezeption↑
Anerkennung fand Mikszáth schon zu Lebzeiten. Er wurde Mitglied der Petőfi- und der Kisfaludy-Gesellschaft und gehörte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften an, zunächst als korrespondierendes, ab 1905 als Ehrenmitglied.
Über seinen Tod hinaus wirkten vor allem seine Romane und Novellen weiter, die immer wieder verfilmt wurden. Sankt Peters Regenschirm gelangte mehrfach auf die Leinwand, unter anderem 1917, 1935 und 1971. Auch Die Hochzeit des Herrn von Noszty, Der sprechende Kaftan und Die schwarze Stadt dienten als Vorlagen für Filme. Diese lange Reihe von Verfilmungen bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt, wie lebendig sein erzählerisches Werk blieb.
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