Meisterwerke der Worte
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
Autoreneintrag · Imre Madách
Eingang · Autoren · Imre Madách
Porträt Imre Madách
Imre Madách
1823 – 1864
– Autorenporträt –

Imre Madách

1823 – 1864 · 41 Jahre

Ungarischer Dramatiker des 19. Jahrhunderts, dessen von Goethes „Faust" beeinflusstes Hauptwerk „Die Tragödie des Menschen" in mehr als achtzehn Sprachen übersetzt wurde.

Kurzporträt

Zu den bekanntesten Dramatikern Ungarns im 19. Jahrhundert zählt Imre Madách. Er wurde 1823 (nach anderer Überlieferung 1820) in Dolná Strehová geboren und starb 1864 ebenda. Er stammte aus einer adligen oberungarischen Gutsbesitzerfamilie. Er studierte Jura und arbeitete in der Verwaltung seines Heimatkomitats. Seine literarische Bedeutung verdankt er vor allem einem einzigen Werk: dem dramatischen Gedicht Die Tragödie des Menschen. Dieses ist von Goethes Faust beeinflusst und wurde in mehr als achtzehn Sprachen übersetzt. Daneben trat er als Verfasser einer satirischen Komödie und eines weiteren Dramas hervor.


Biografie

Imre Madách wurde in Dolná Strehová (damals Alsósztregova) geboren. Der Ort lag im Königreich Ungarn, das zum Kaisertum Österreich gehörte. Sein Geburtsdatum ist in der Forschung umstritten. Wikidata nennt den 20. Januar 1820, die Deutsche Nationalbibliothek den 21. Januar 1823. Auch die deutsche Überlieferung verzeichnet das Jahr 1823. Er entstammte einer adligen oberungarischen Gutsbesitzerfamilie.

Madách studierte Jura und wurde Beamter in der Verwaltung des Komitats Neograd. Nach der gescheiterten Ungarischen Revolution von 1848 wurde er inhaftiert, weil er einen Verfolgten versteckt hatte. Während dieser Haft scheiterte seine Ehe. Die folgende Zeit verbrachte er zurückgezogen auf seinem Gut. Dort widmete er sich der Literatur und seinen Schriften. In diesem Zustand begann er sein dramatisches Hauptwerk Die Tragödie des Menschen (Az ember tragédiája).

Im Zuge des Ausgleichs mit Österreich wurde er 1860 Mitglied des Reichstags in Budapest. Sein Hauptwerk vollendete er im Austausch mit János Arany. Arany machte es auch in den literarischen Kreisen der Zeit bekannt. Madách war zudem der Erzieher seines Neffen Carl Balog v. Mankobük. Er starb 1864 in seinem Geburtsort.


Literarische Merkmale

Prägend für Madáchs Schreiben ist die Auseinandersetzung mit großen weltanschaulichen Fragen in dramatischer Form. Sein Hauptwerk Die Tragödie des Menschen ist erkennbar von Goethes Faust beeinflusst. Es gestaltet den Menschen und seine Geschichte in einem weitgespannten dramatischen Gedicht. Daneben beherrschte Madách auch den satirischen Ton. Seine Komödie Der Zivilisator (A civilizátor) ist im Stile des Aristophanes geschrieben und verspottet die Bürokratie des Absolutismus.


Rezeption

Der Roman Die Tragödie des Menschen wurde zunächst durch János Arany bekannt, der das Werk in den literarischen Kreisen der Zeit verbreitete. In der Folge fand es weite Verbreitung. Es wurde in mehr als achtzehn Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt. Die erste deutsche Übersetzung von Alexander Dietze erschien 1865. Der Stoff wirkte bis ins 20. und 21. Jahrhundert nach und wurde mehrfach für die Opernbühne bearbeitet. So entstand 1971 die Vertonung von György Ránki an der Budapester Oper. 2010 folgte Péter Eötvös’ Die Tragödie des Teufels an der Bayerischen Staatsoper in München. Deren Libretto von Albert Ostermaier beruht auf Madáchs Drama.

Mitglieder des YouTube-Kanals erhalten das ganze Lexikon als PDF zum Download – zum Sammeln, Offline-Lesen und Ausdrucken. Mitglied werden →

Aus dem Werkverzeichnis

meisterwerke-der-worte.de · Auszug aus dem Lexikon · Alle Rechte vorbehalten