1769 – 1844
Iwan Krylow
Kurzporträt↑
Iwan Andrejewitsch Krylow zählt zu den bekanntesten Fabeldichtern der russischen Literatur. Er wurde 1769 in Moskau geboren und starb 1844 in Sankt Petersburg. Zunächst schrieb er für die Bühne, ehe er sich fast ganz der Fabel zuwandte. Weil er in einer Sprache dichtete, die auch der einfache Mensch verstand, gingen viele seiner Verse als Sprichwörter in den russischen Alltag ein. Die Ausgabe letzter Hand von 1843 versammelt 198 Fabeln in neun Büchern.
Biografie↑
Geboren wurde Krylow am 2. Februar 1769 in Moskau (nach dem damals in Russland gültigen julianischen Kalender; nach gregorianischem Kalender der 13. Februar). Er war der Sohn eines Offiziers. Sein Lebensunterhalt führte ihn durch verschiedene Tätigkeiten. Er arbeitete als kleiner Beamter, als Hauslehrer und als Bibliothekar in Sankt Petersburg.
Sein literarisches Schaffen war zu Beginn breit gefächert. Er verfasste Tragödien, komische Opern und Komödien, darunter Der Modeladen (1807) und Eine Lektion für die Töchter (1807). Nach 1805 veröffentlichte er jedoch fast ausschließlich nur noch Fabeln. Sie standen fortan im Mittelpunkt seines Werks.
Seine frühen Fabeln schöpften aus den Vorlagen Äsops und La Fontaines. Seine späteren Werke gelten als durchweg eigenständig. Da er in der russischen Umgangssprache schrieb, fand er ein breites Publikum. Eine Reihe seiner Verse wurde in Russland zu Sprichwörtern. 1842 erschien zudem eine Ausgabe seiner Fabeln in deutscher Sprache. Ein Jahr darauf, 1843, folgte die Ausgabe letzter Hand mit insgesamt 198 Fabeln in neun Büchern.
Im Jahr 1811 wurde Krylow Mitglied der Russischen Akademie in Sankt Petersburg. Er starb am 9. November 1844 (gregorianisch der 21. November) in Sankt Petersburg. Sein Grab befindet sich auf dem Tichwiner Friedhof am Alexander-Newski-Kloster.
Die Nachwelt ehrte ihn vielfach. Schon 1855 wurde im Sankt Petersburger Sommergarten eine Bronzestatue des sitzenden Fabeldichters errichtet. Ihr Postament trägt Darstellungen seiner Fabeltiere. Weitere Denkmäler folgten unter anderem in Twer (1959) und in Moskau nahe den Patriarchenteichen (1976). Im Nationaldenkmal „Tausend Jahre Russland" in Weliki Nowgorod (1862) ist er unter den dargestellten historischen Persönlichkeiten vertreten. Schulen, Bibliotheken und Straßen wurden nach ihm benannt. Zu seinem 100. Todestag (1944) sowie zum 200. Geburtstag (1969) erschienen sowjetische Briefmarken mit seinem Abbild.
Literarische Merkmale↑
Kennzeichnend für Krylows Dichtung ist ihre Volkstümlichkeit. Er schrieb in der russischen Umgangssprache, die auch einfache Leser verstanden. Gerade dieser sprachlichen Nähe verdankt er seine breite Wirkung. So konnte eine ganze Reihe seiner Verse in Russland zu festen Sprichwörtern werden. Zu Beginn nahm er noch Anregungen aus Äsop und La Fontaine auf. Rasch entwickelte er jedoch eine eigenständige Fabelkunst, die sich von den Vorlagen löste.
Rezeption↑
Krylow gilt der russischen Literaturgeschichte als herausragender Vertreter der Fabel. Dass viele seiner Verse zu Sprichwörtern wurden, zeigt, wie tief sein Werk in den russischen Sprachgebrauch eingedrungen ist. Seine Anerkennung spiegelt sich auch in der Aufnahme in die Russische Akademie der Wissenschaften 1841. Ebenso zeugen davon die zahlreichen Denkmäler, Briefmarken und Benennungen, die ihm nach seinem Tod gewidmet wurden. Bereits 1842 erschien eine deutsche Ausgabe seiner Fabeln. Das weist auf eine frühe Wahrnehmung auch außerhalb Russlands hin.
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