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Das Lexikon der klassischen Literatur
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Autoreneintrag · Gyula Krúdy
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Porträt Gyula Krúdy
Gyula Krúdy
1878 – 1933
– Autorenporträt –

Gyula Krúdy

1878 – 1933 · 54 Jahre

Bedeutender ungarischer Erzähler um die Jahrhundertwende, der Ironie und Melancholie verband – zu Lebzeiten früh gefeiert, verarmt gestorben und erst in den 1950er Jahren neu entdeckt.

Kurzbiografie↑

Als einer der bedeutenden Prosaisten der modernen ungarischen Literatur gilt Gyula Krúdy, der am 21. Oktober 1878 in Nyíregyháza geboren wurde und am 12. Mai 1933 in Budapest starb. Sein Schaffen fällt in die Zeit des Fin de Siècle. Kennzeichnend für sein Schreiben ist das feine Spiel mit Ironie und Melancholie, mit Nostalgie und Realismus. Sein umfangreiches Werk umfasst zahlreiche Romane und Erzählungen, unter ihnen der Roman Die rote Postkutsche. Nach einem raschen frühen Erfolg geriet sein Werk gegen Ende seines Lebens in Vergessenheit und wurde erst Jahrzehnte später neu entdeckt.


Biografie↑

Geboren wurde Gyula Krúdy 1878 in Nyíregyháza als Sohn eines kleinadeligen Anwalts. Seine Mutter war eine Hilfsarbeiterin, die der Vater erst nach der Geburt des achten Kindes heiratete. Gegen den Willen seines Vaters entschied sich Krúdy für den Beruf des Schriftstellers.

Bereits im Alter von vierzehn Jahren veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte. Im Jahr 1896 ging er als Journalist nach Budapest. Der Erfolg stellte sich früh ein. 1914 wurde er Mitglied der Petőfi-Gesellschaft, und 1930 erhielt er den Baumgarten-Preis.

Sein literarisches Werk ist außerordentlich umfangreich. Es umfasst nach den vorliegenden Angaben 87 Romane und etwa 2400 Erzählungen; hinzu kommen rund 2000 Zeitungsartikel. Zu seinen Büchern zählen der Roman Das Gespenst von Podolin, die Erzählungen um die Figur Szindbád sowie der Roman Die rote Postkutsche. Auch der späte Roman Meinerzeit gehört zu seinem Schaffen.

Gegen Ende seines Lebens ließ das Interesse an seinen Werken nach. Krúdy starb 1933 verarmt in Budapest.


Literarische Merkmale↑

Prägend für Krúdys Schreiben ist das feine Spiel mit den Ausdrucksmitteln der Ironie und der Melancholie. Ebenso verbindet er Nostalgie und Realismus zu einem eigenen Ton. In dieser Verbindung liegt ein Wesenszug seiner Prosa, die ihn zu einem bedeutenden Erzähler der modernen ungarischen Literatur zur Zeit des Fin de Siècle machte.


Rezeption↑

Rasch fand Krúdy zu Beginn seiner Laufbahn Anerkennung, doch gegen Ende seines Lebens ließ das Interesse an seinen literarischen Werken nach. Erst in den 1950er Jahren wurde sein Werk von der ungarischen Literaturwissenschaft neu entdeckt und gewürdigt. Im deutschen Sprachraum liegen mehrere Übersetzungen vor, darunter der Roman Die rote Postkutsche und die Sindbad-Novellen unter dem Titel Serenade vom durchstochnen Herzen.

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Aus dem Werkverzeichnis↑

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