1911 – 1993
William Golding
Kurzbiografie↑
Sir William Gerald Golding war ein britischer Schriftsteller, der 1983 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Bekannt wurde er vor allem durch seinen Roman Herr der Fliegen, der von mehr als zwanzig Verlagen abgelehnt worden war, ehe er 1954 erschien und in Großbritannien und den USA zum Bestseller wurde. In seinen Romanen ging Golding in symbolisch-allegorischer Form den Grundfragen der menschlichen Existenz nach: Überleben, Schuld, Sühne und Erlösung. Neben dem Nobelpreis wurde er 1980 mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet und 1988 zum Ritter geschlagen.
Biografie↑
Geboren wurde Golding am 19. September 1911 in Cornwall. Über den genauen Geburtsort gehen die Quellen auseinander: Die Deutsche Nationalbibliothek nennt St. Columb Minor in Cornwall, während Wikidata Newquay angibt. Schon im Alter von sieben Jahren begann er zu schreiben.
Sein Studium nahm er zunächst widerwillig auf. Er sollte Naturwissenschaften studieren, lehnte sich jedoch dagegen auf und verlagerte seinen Schwerpunkt schließlich auf englische Literatur. Er studierte am Brasenose College in Oxford. Noch ein Jahr vor seinem Studienabschluss in Naturwissenschaften und Englisch erschien sein erstes Buch, der Gedichtband Poems. Golding war damals 23 Jahre alt.
Ab 1939 unterrichtete er in Salisbury Englisch. Sein künstlerisches Schaffen wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, an dem er als Marineoffizier teilnahm. Diese Kriegserfahrungen prägten seine spätere Arbeit nachhaltig.
Anfangs waren seine Manuskripte wenig gefragt. Sein späterer größter Erfolg, Herr der Fliegen, wurde von mehr als zwanzig Verlagen abgelehnt. Als die Erzählung 1954 dann erschien, wurde sie zum Bestseller. Sie schildert die Erlebnisse einer Gruppe von Schülern, die auf einer Insel stranden. Seine weiteren Bücher konnten an diesen Erfolg nicht anknüpfen.
Die Einnahmen aus seinen erfolgreichen Büchern erlaubten es Golding 1961, den Lehrerberuf aufzugeben. Nach einem Jahr als Writer-in-residence am Hollins College in Virginia wurde er freier Schriftsteller. In den folgenden Jahrzehnten entstand ein umfangreiches Werk, darunter die Romane Die Erben, Freier Fall und Der Turm der Kathedrale. 1980 erschien Äquatortaufe, für den er den Man Booker Prize erhielt.
An Auszeichnungen wurde ihm 1966 der Orden Commander of the British Empire verliehen. 1983 folgte der Nobelpreis für Literatur, 1988 die Erhebung zum Knight Bachelor. William Golding starb am 19. Juni 1993 im Alter von 81 Jahren in Perranarworthal in Cornwall. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Kirchhof des Dorfes Bowerchalke in der Grafschaft Wiltshire.
Literarische Merkmale↑
Kennzeichnend für Goldings Romane ist ihre symbolisch-allegorische Gestaltung. In ihr geht er den metaphysischen Grundlagen der Existenz nach – Fragen des Überlebens, der Schuld, der Sühne und der Erlösung. Sein Werk umfasst neben dem Roman auch Gedichte, Essays, ein Bühnenstück, Novellen und einen Reisebericht.
Rezeption↑
Anerkennung fand Golding erst spät und mühsam. Seine frühen Manuskripte stießen bei Verlagen zunächst auf wenig Interesse. Ausgerechnet Herr der Fliegen, das Buch, mit dem sein Name bis heute verbunden ist, wurde von mehr als zwanzig Verlagen abgelehnt, bevor es 1954 erschien und in Großbritannien und den USA zum Bestseller wurde. An diesen Erfolg konnten seine weiteren Bücher nicht anschließen.
Die Wertschätzung seines Gesamtwerks zeigte sich in mehreren hohen Auszeichnungen. 1980 erhielt er den Man Booker Prize für Äquatortaufe, 1983 den Nobelpreis für Literatur. 1966 war ihm der Orden Commander of the British Empire verliehen worden, 1988 wurde er zum Knight Bachelor erhoben. Sein Werk fand auch die Aufmerksamkeit der Forschung: So untersuchte Hartmut Lutz Goldings Prosa im Licht der analytischen Psychologie Carl Gustav Jungs und der Psychoanalyse Sigmund Freuds.
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