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Porträt John Galsworthy
John Galsworthy
1867 – 1933
– Autorenporträt –

John Galsworthy

1867 – 1933 · 65 Jahre

Englischer Erzähler und Dramatiker, der in der <i class="werktitel">Forsyte-Saga</i> das Großbürgertum seiner Zeit kritisch porträtierte – 1932 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

Kurzporträt

John Galsworthy zählt zu den bekanntesten englischen Schriftstellern und Dramatikern der Zeit um 1900. Berühmt wurde er vor allem durch seine Romanreihe The Forsyte Saga. Sie gilt als ein Klassiker der modernen englischen Literatur. In Romanen wie in Theaterstücken übte er Kritik an der sozialen Lage seines Landes. Vor allem das britische Klassensystem und der Materialismus der Oberschicht standen dabei im Blick. 1932 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Wenige Wochen nach der Verleihung starb er am 31. Januar 1933 in London.


Biografie

Geboren wurde John Galsworthy am 14. August 1867 als Sohn wohlhabender Eltern. Als Geburtsort nennt Wikipedia Kingston Hill in der englischen Grafschaft Surrey. Bei der Schreibweise des nahen Ortes gehen die Quellen leicht auseinander: Wikidata führt ihn als „Kingston-upon-Thames", die Deutsche Nationalbibliothek hingegen als „Kingston upon Thames".

Er besuchte die Harrow, eine bekannte Public School. Anschließend studierte er am New College der Universität Oxford Jura. 1890 wurde er Barrister, zeigte jedoch wenig Interesse am Beruf des Rechtsanwalts. Stattdessen ging er zur See. Auf diesen Reisen lernte er den aus Polen stammenden Schriftsteller Joseph Conrad kennen. Conrad weckte sein Interesse an der Literatur. Seine ersten Werke veröffentlichte Galsworthy unter dem Pseudonym John Sinjohn.

Der Durchbruch kam 1906. In diesem Jahr wurde sein Schauspiel The Silver Box mit Erfolg aufgeführt. Außerdem schrieb er den Roman The Man of Property, den ersten Teil der erfolgreichen Reihe The Forsyte Saga. Es folgten weitere Romane und zahlreiche Theaterstücke.

Galsworthy übernahm auch Aufgaben im literarischen Leben. Ab 1918 gehörte er als Jurymitglied dem Komitee für die Vergabe des Hawthornden-Preises an, des ältesten Literaturpreises in Großbritannien. 1921 wurde er der erste Präsident der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. 1929 wählte man ihn als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters. Ab 1931 war er Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Die Nobelpreis-Zeremonie fand am 10. Dezember 1932 in Stockholm statt. Galsworthy war zu krank, um selbst teilzunehmen. Wenige Wochen danach starb er am 31. Januar 1933 in London.


Literarische Merkmale

Kennzeichnend für Galsworthys Schreiben waren lebendige Charaktere, eine reine, klare Sprache, eine geschickte Dialogführung und eine gute Lesbarkeit. Diese Eigenschaften trugen wesentlich dazu bei, dass seine Romanreihe The Forsyte Saga bis heute zu seinen bekanntesten Werken zählt. Dazu gehören auch ihre Fortsetzungen A Modern Comedy und End of the Chapter.

Inhaltlich kehrte bei ihm immer wieder die Kritik an der sozialen Lage wieder, vor allem am britischen Klassensystem. In zahlreichen Romanen und Dramen prangerte er den Materialismus der Oberklasse an. Oft geschah das durch eine ironische Schilderung des Großbürgertums und des Adels. Ein weiteres wiederkehrendes Motiv ist die Darstellung unglücklich verheirateter Frauen.


Rezeption

Anerkennung fand Galsworthy schon zu Lebzeiten in hohem Maße. Den Höhepunkt bildete der Nobelpreis für Literatur, der ihm 1932 zuerkannt wurde. Seine Romanreihe The Forsyte Saga gilt als ein Klassiker der modernen englischen Literatur. Die deutsche Buchausgabe der Forsyte-Saga erschien 1925 mit einem Geleitwort von Thomas Mann.

Auch außerhalb der Literaturwelt wurde sein Werk wahrgenommen. Sigmund Freud erwähnte 1930 in einer Fußnote seiner Schrift Das Unbehagen in der Kultur die Novelle Der Apfelbaum. Er nannte Galsworthy einen „feinsinnigen Engländer", der „sich heute allgemeiner Anerkennung erfreut". An der Geschichte schätzte er, wie eindringlich sie zeige, dass im Leben des heutigen Kulturmenschen „für die einfache, natürliche Liebe zweier Menschenkinder kein Raum mehr ist".

Seine Stoffe wirkten bis weit ins 20. Jahrhundert nach und wurden mehrfach verfilmt. Dazu zählen die Verfilmung von 1949 als Das Schicksal der Irene Forsyte mit Greer Garson und Errol Flynn sowie die Fernsehserie von 1967 als Die Forsyte Saga mit 26 Folgen.

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