1911 – 1996
Odysseas Elytis
Kurzbiografie↑
Odysseas Elytis zählt zu den bedeutenden griechischen Dichtern des 20. Jahrhunderts. Geboren 1911 in Iraklio auf Kreta, wandte er sich früh der Lyrik und der bildenden Kunst zu und wurde zu einem der wichtigsten Vertreter der sogenannten Generation der 30er-Jahre. Sein hymnisches Hauptwerk ist To Axion esti. Im Jahr 1979 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Elytis starb 1996 in Athen.
Biografie↑
Ursprünglich stammte die Familie von Elytis aus Lesbos. Im Jahr 1914 zog sie nach Athen. Dort nahm Elytis 1930 ein Jurastudium an der Universität Athen auf, das er später jedoch unterbrach, um sich ganz seinen literarischen und künstlerischen Interessen zu widmen. Geboren wurde er am 2. November 1911 in Iraklio auf Kreta; sein bürgerlicher Name lautete Odysseas Alepoudelis.
In diesen Jahren lernte er den Dichter Andreas Embirikos kennen, einen der ersten Verfechter des Surrealismus in Griechenland. Zwischen beiden entstand eine feste Freundschaft. Im Jahr 1935 veröffentlichte Elytis in der Zeitschrift Néa Grámmata seine ersten Gedichte. Im selben Jahr nahm er mit Collagen an der ersten internationalen Surrealismus-Ausstellung in Athen teil. Es folgten weitere Veröffentlichungen, darunter Prosanatolismí („Orientierungen“) und Ílios o prótos („Sonne, die Erste“). So wurde er zu einem der wichtigsten Vertreter der Generation der 30er-Jahre.
Im Zweiten Weltkrieg trat Elytis für die griechische Unabhängigkeit ein und nahm am Widerstandskampf teil. In dieser Zeit schrieb er Ásma iroikó ke pénthimo giá ton chaméno anthipolochagó tis Alvanías („Heroischer und elegischer Gesang für den Leutnant, der im Albanienfeldzug verloren ging“). Auf Kreta lernte er den deutschen Dichterjuristen Gerd Herrmann kennen, mit dem er Freundschaft schloss.
Nach dem Krieg wurde Elytis Programmleiter im griechischen Rundfunk. In dieser Zeit veröffentlichte er außer Literatur- und Kunstkritiken nur wenig. Seine hymnische Dichtung To Axion esti begann er 1948; sie gilt allgemein als sein Hauptwerk, erschien aber erst 1959. Mikis Theodorakis bearbeitete sie als Volksoratorium. Von 1948 bis 1952 hielt sich Elytis in Paris auf. Dort schloss er Freundschaft mit Dichtern wie André Breton, Paul Éluard, René Char, Pierre Jean Jouve und Henri Michaux sowie mit Künstlern wie Matisse, Pablo Picasso und Alberto Giacometti.
In den Jahren zwischen 1960 und 1980 veröffentlichte Elytis eine Vielzahl von Gedichtsammlungen und Dichtungen. Im Jahr 1979 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Neben seinen eigenen Werken übertrug er auch fremde Texte ins Griechische, darunter Bertolt Brechts Der kaukasische Kreidekreis und Werke von Sappho. Er starb am 18. März 1996 in Athen.
Literarische Merkmale↑
Elytis verband von Anfang an das Schreiben mit der bildenden Kunst. Schon 1935 trat er mit Collagen an die Öffentlichkeit, und der Surrealismus prägte sein frühes Schaffen. Seine Lyrik reicht von den frühen, dem Licht und der Sonne zugewandten Gedichten wie Ílios o prótos bis zu der hymnischen, feierlichen Dichtung To Axion esti. Zwischen der frühen und der späteren Phase steht der Ásma iroikó ke pénthimo giá ton chaméno anthipolochagó tis Alvanías, der aus der Erfahrung des Krieges hervorging.
Rezeption↑
Bereits mit seinen ersten Veröffentlichungen ab 1935 galt Elytis als einer der wichtigsten Vertreter der Generation der 30er-Jahre. Sein Hauptwerk To Axion esti fand über die Literatur hinaus Widerhall: Mikis Theodorakis bearbeitete es als Volksoratorium. Im Jahr 1979 erhielt Elytis den Nobelpreis für Literatur. Zahlreiche seiner Gedichte wurden ins Deutsche übertragen, unter anderem im Suhrkamp Verlag und im Elfenbein Verlag.
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