1895 – 1952
Paul Éluard
Kurzbiografie↑
Unter dem Namen Paul Éluard schrieb der 1895 in Saint-Denis bei Paris geborene Eugène-Émile-Paul Grindel seine Gedichte. Er gilt als einer der bekanntesten Dichter des Surrealismus. Sein Werk kreist vielfach um die Liebe, besonders um die Frauen an seiner Seite. Im Zweiten Weltkrieg schloss er sich der Résistance an und wurde mit Gedichten wie Liberté zu einem gefeierten Dichter des Widerstands. Er starb 1952 in Charenton-le-Pont bei Paris.
Biografie↑
Geboren wurde Éluard am 14. Dezember 1895 in Saint-Denis, einem Vorort von Paris, als einziger Sohn des Immobilienmaklers Clément Grindel und der Schneiderin Jeanne-Marie Grindel. Er wuchs in geordneten bürgerlichen Verhältnissen auf. Nach der staatlichen Volksschule besuchte er die Oberschule, die er als mittelmäßiger Schüler mit sechzehn Jahren abschloss.
Von Kindheit an war er kränklich. 1912 wurde bei ihm Tuberkulose festgestellt. Bei einem Kuraufenthalt in den Schweizer Bergen lernte er seine spätere Frau Gala kennen, die er 1917 heiratete und auf die sich viele seiner Gedichte beziehen. Schon 1913 veröffentlichte er, noch im Sanatorium in Davos, erste Gedichte; seine Familie unterstützte ihn dabei finanziell.
1914 wurde Éluard zur Armee eingezogen. Den Krieg verbrachte er jedoch überwiegend krank hinter der Front im Lazarett. Im August 1916 wählte er den Namen Éluard als Pseudonym, den Mädchennamen seiner Großmutter mütterlicherseits. Über Jean Paulhan stieß er 1919 zu den Künstlern um André Breton. Er veröffentlichte weitere Gedichte und arbeitete an Zeitschriften wie Proverbe und Littérature mit. Seinen Lebensunterhalt bestritt er dabei als Makler im Geschäft seines Vaters. Erst dessen Erbe ermöglichte es ihm, fortan als freier Schriftsteller zu arbeiten.
1921 besuchte Éluard zusammen mit Gala den Maler Max Ernst in Köln, mit dem er in der Folgezeit zusammenarbeitete. Er kaufte ihm das Gemälde Celebes ab und im folgenden Jahr Oedipus Rex. 1924 veröffentlichte Breton in Paris das Manifest des Surrealismus, das den Dadaismus ablöste. Éluard nahm diesen Richtungswechsel in seine Dichtung auf und verfasste bis 1928 seine wichtigsten Werke.
1927 trat er mit Louis Aragon, André Breton, Benjamin Péret und Pierre Unik der Kommunistischen Partei Frankreichs bei, aus der er 1933 wieder ausgeschlossen wurde. Um den Maler Salvador Dalí ließ sich Gala 1932 von ihm scheiden; dennoch schrieb er ihr bis zum Ende seines Lebens Liebesbriefe. 1930 lernte er die deutschstämmige Schauspielerin Maria Benz, genannt „Nusch“, kennen, die er 1934 heiratete.
1936 war er an der Organisation der International Surrealist Exhibition in London beteiligt, 1938 an der Exposition Internationale du Surréalisme in der Pariser Galerie Beaux-Arts. Im selben Jahr führten die politischen Differenzen zwischen Breton und dem inzwischen dem Stalinismus zugeneigten Éluard zur Trennung von der Surrealistengruppe; Max Ernst und Man Ray schlossen sich ihm solidarisch an.
Den Zweiten Weltkrieg verbrachte Éluard mit seiner 1918 geborenen Tochter Cécile in Paris. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht ging er in den Untergrund und engagierte sich in der Résistance. 1942 trat er erneut der Kommunistischen Partei bei und wurde zu einer Art sozialistischem Dichter-Star. Von seinem Gedicht Liberté warfen englische Flugzeuge tausende Exemplare über dem besetzten Frankreich ab.
Seine Frau Nusch starb 1946 an einem Schlaganfall. 1951 heiratete Éluard Dominique Lemort, die er 1949 in Mexiko kennengelernt hatte und der er die Gedichtsammlung Le Phénix widmete. Im November 1952 starb er an einem Herzinfarkt und wurde auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris beigesetzt.
Literarische Merkmale↑
Charakteristisch für Éluards Dichtung ist die Liebe als beständiges Thema. Immer wieder beziehen sich seine Gedichte auf die Frauen an seiner Seite, allen voran auf seine erste Frau Gala. Seit den frühen 1920er Jahren nahm er die Ideen des Surrealismus in sein Schreiben auf. Als er nach 1924 Bretons Bewegung folgte, entstanden bis 1928 seine wichtigsten Werke.
Rezeption↑
Als einer der bekanntesten Dichter des Surrealismus fand Éluard weit über die Kreise der Avantgarde hinaus Beachtung. In den Jahren der deutschen Besatzung wurde er zu einem gefeierten Dichter des Widerstands: Sein Gedicht Liberté verbreitete sich so stark, dass englische Flugzeuge tausende Exemplare über dem besetzten Frankreich abwarfen. Sein Nachwirken zeigt sich auch daran, dass 2007 der Asteroid (15752) Eluard nach ihm benannt wurde.
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