1838 – 1889
Auguste de Villiers de L’Isle-Adam
Kurzbiografie↑
Auguste de Villiers de L’Isle-Adam war ein französischer Schriftsteller, geboren am 7. November 1838 in Saint-Brieuc. Er entstammte einem alten, doch verarmten bretonischen Adelsgeschlecht und verbrachte einen großen Teil seines Lebens unter dürftigen Bedingungen in Paris. Mit seinen phantastischen Romanen und Novellen gilt er als einer der Begründer des französischen Symbolismus. Sein Roman L’Ève future zählt zu den frühen Werken der Science-Fiction und ist zugleich eine Satire auf die Wissenschaft. Villiers starb 1889 in Paris.
Biografie↑
Geboren wurde Jean Marie Mathias Philippe Auguste Graf von Villiers de L’Isle-Adam am 7. November 1838 in Saint-Brieuc. In der Familie hieß er mit Rufnamen Mathias; den Vornamen Auguste führte er nicht auf allen seinen Büchern, die er meist schlicht unter Villiers de L’Isle-Adam veröffentlichte. Seine Herkunft war ein altes bretonisches Adelsgeschlecht, das schon zu seinen Lebzeiten verarmte. Der Vater befasste sich erfolglos mit der Suche nach den Schätzen versunkener Schiffe.
Der Junge wuchs bei Mutter und Tante auf. Er besuchte das Collège von Saint-Brieuc und das Lycée in Laval; nach dem Umzug der Eltern machte er seinen Schulabschluss in Rennes. Schon mit siebzehn Jahren stellte er einen Gedichtband fertig, der 1859 unter dem Titel Premières poésies erschien. Die Eltern waren da bereits nach Paris übersiedelt, um dem als hochbegabt geltenden Sohn zum literarischen Erfolg zu verhelfen.
Dieser Erfolg blieb aus. Von wenigen Reisen abgesehen verbrachte Villiers de L’Isle-Adam den Rest seines Lebens in Paris, wo er als Schriftsteller unter kärglichen Bedingungen lebte und arbeitete. Seinen Unterhalt fristete er mit journalistischen Arbeiten, gelegentlichen Veröffentlichungen in Zeitschriften und teils grotesken Anstellungen – etwa als lebender Punchingball in einer Boxschule. 1862 machte er sich lächerlich, als er sich unter Berufung auf seinen uralten Adel um den vakanten griechischen Königstitel bewarb. Die von ihm 1867 gegründete Zeitschrift Revue des Lettres et des Arts ging nach kurzer Zeit wieder ein.
1870 kam durch Fürsprache von Alexandre Dumas sein Schauspiel La révolte im Vaudeville auf die Bühne und löste einen Theaterskandal aus. Sein Versuch, sich 1882 zum Bezirksrat wählen zu lassen, scheiterte an skurrilen Forderungen, darunter der Abriss der Großen Oper und des Pantheons. Erst nach 1883 konnte er vom Schreiben leben, als seine Contes cruels einen bescheidenen Erfolg hatten; gleichwohl blieb er auf die Unterstützung von Freunden wie Stéphane Mallarmé, Méry Laurent und Léon Dierx angewiesen. Befreundet war er außerdem mit Charles Baudelaire, Joris-Karl Huysmans und Richard Wagner.
Zu seinen weiteren Arbeiten zählen der frühe Roman Isis (1862), der Roman Catalina (1885), die Erzählungen Tribulat Bonhomet (1887) und das Schauspiel Axël. Villiers de L’Isle-Adam starb in der Nacht vom 18. zum 19. August 1889 in einem Pariser Krankenhaus an Krebs.
Literarische Merkmale↑
Bekannt wurde Villiers de L’Isle-Adam vor allem durch phantastische Romane und Novellen. Mit ihnen gilt er als einer der Begründer des französischen Symbolismus. Sein Roman L’Ève future verbindet Erzählung und Zeitkritik: Er zählt zu den frühen Werken der Science-Fiction und ist zugleich eine Satire auf die Wissenschaft.
Rezeption↑
Nachgewirkt hat Villiers de L’Isle-Adam vor allem als einer der Begründer des französischen Symbolismus. Zu seinen Freunden und Förderern gehörte Stéphane Mallarmé, der ihm später eine eigene Schrift widmete. Im deutschen Sprachraum erschienen seine Werke ab 1904 in Übersetzung; zwischen 1909 und 1920 gab Hanns Heinz Ewers eine siebenbändige Gesamtausgabe bei Georg Müller in München heraus. Einzelne Erzählungen wurden bis in jüngere Zeit neu übersetzt und aufgelegt.
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