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Autoreneintrag · Charles De Coster
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Porträt Charles De Coster
Charles De Coster
1827 – 1879
– Autorenporträt –

Charles De Coster

1827 – 1879 · 51 Jahre

Der belgische Schriftsteller Charles De Coster schrieb ein Epos über den flämischen Freiheitskampf gegen die spanische Herrschaft, das als Grundstein der modernen französischsprachigen Literatur Belgiens gilt.

Kurzbiografie↑

Charles De Coster war ein belgischer Schriftsteller, der 1827 in München geboren wurde und 1879 in Ixelles starb. Sein Epos vom Freiheitskampf der Flamen gegen die spanische Herrschaft gilt als Grundstein der modernen französischsprachigen Literatur Belgiens. In diesem Werk übertrug er die Figur des Till Eulenspiegel in die Zeit des Achtzigjährigen Krieges. Zu Lebzeiten brachte ihm das Buch keinen dauerhaften Erfolg; erst nach seinem Tod fand es größere Verbreitung.


Biografie↑

Geboren wurde Charles Théodore Henri De Coster am 20. August 1827 in München. Sein Vater Augustin De Coster war Flame, seine Mutter Anne-Marie, geborene Carireul, war Wallonin. Beide Eltern arbeiteten in der Residenz des päpstlichen Nuntius. Sowohl Wikidata als auch die Deutsche Biographie nennen München als Geburtsort; ebenso stimmen beide beim Sterbeort Ixelles überein.

Drei Jahre nach seiner Geburt zog die Familie nach Brüssel. Dort starb der Vater im Jahr 1834. Charles besuchte das Jesuitenkolleg Saint-Michel und arbeitete von 1844 bis 1850 in der Bank Société générale de Belgique. Anschließend studierte er Jura und Literatur an der Université libre de Bruxelles. Zu seinen Lehrern zählten der Historiker Jean-Jacques Altmeyer und der Professor für französische Literatur Eugène Van Bemmel. Später lehrte er an dieser Universität selbst Literatur.

Ab 1855 arbeitete De Coster als Journalist und freischaffender Schriftsteller. Gemeinsam mit Félicien Rops gründete er 1856 die Zeitschrift Uylenspiegel, journal des ébats littéraires et artistiques, die bis 1863 bestand. Zeitweise war er beim belgischen Staatsarchiv angestellt und hatte für kurze Zeit einen Lehrauftrag an der Militärschule in Brüssel. Seit 1858 gehörte er in Brüssel der Freimaurerloge Les Vrais Amis de l'Union et du Progrès Réunis an.

Mit volkstümlichen Erzählungen hatte De Coster Erfolg. Für sein Hauptwerk gab er seine Stelle beim Staatsarchiv auf und arbeitete fast zehn Jahre daran. Darin übertrug er die Abenteuer Till Eulenspiegels in die Zeit des Achtzigjährigen Krieges. Die Erstveröffentlichung erschien 1867, eine illustrierte Ausgabe folgte 1869. Der Erlös reichte jedoch nicht aus, um die Schulden zu tilgen, die er während der Arbeit hatte aufnehmen müssen. Charles De Coster starb am 7. Mai 1879 in Armut. Erst eine neue Ausgabe von 1893 verhalf dem Buch zu größerer Popularität.


Literarische Merkmale↑

In seinem Hauptwerk griff De Coster auf eine volkstümliche Erzähltradition zurück und verband sie mit dem Stoff des flämischen Freiheitskampfes. Die überlieferte Gestalt des Till Eulenspiegel siedelte er in einer bestimmten historischen Epoche an, dem Achtzigjährigen Krieg. Damit stellte er, wie es in der Überlieferung heißt, den großen flämischen Malern ein literarisches Werk gegenüber. Sein Buch verbindet die derbe Komik der Volksfigur mit dem ernsten Thema von Unterdrückung und Widerstand.


Rezeption↑

Zu Lebzeiten brachte De Coster sein Hauptwerk keinen dauerhaften Erfolg. Der Erlös der ersten Ausgaben von 1867 und 1869 reichte nicht aus, ihn von seinen Schulden zu befreien, und er starb 1879 in Armut. Erst eine neue Ausgabe aus dem Jahr 1893 verschaffte dem Buch größere Verbreitung.

In den folgenden Jahrzehnten wurde De Coster in Belgien öffentlich geehrt. Am 22. Juli 1894 wurde am Weiher von Ixelles ein Denkmal eingeweiht: Vor einem Profilrelief des Autors sitzen Bronzestatuen von Till und seiner Geliebten Nele. Zu seinem hundertsten Geburtstag 1927 wurde sein Grab auf dem Friedhof von Ixelles mit einem Standbild des Till Ulenspiegel geschmückt. Rückblickend gilt sein Epos als Beginn der modernen französischsprachigen Literatur Belgiens.

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