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Autoreneintrag · Gustavo Adolfo Bécquer
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Porträt Gustavo Adolfo Bécquer
Gustavo Adolfo Bécquer
1836 – 1870
– Autorenporträt –

Gustavo Adolfo Bécquer

1836 – 1870 · 34 Jahre

Ein spanischer Dichter der Romantik, der mit schlichten Liebesgedichten und schaurigen Prosalegenden bekannt wurde – obwohl die meisten seiner Werke erst nach seinem frühen Tod erschienen.

Kurzporträt

Als einer der bekanntesten Autoren der spanischen Romantik gilt Gustavo Adolfo Bécquer, der am 17. Februar 1836 in Sevilla geboren wurde und am 22. Dezember 1870 in Madrid starb. Getauft wurde er auf den Namen Gustavo Adolfo Domínguez Bastida; den Künstlernamen Bécquer übernahm er von seinem Vater. Zu Lebzeiten blieb er wenig bekannt, denn die meisten seiner Werke erschienen erst nach seinem Tod. Seine Gedichtsammlung Rimas und seine Prosalegenden Leyendas machten ihn erst später zu einer wichtigen Gestalt der spanischen Literatur.


Biografie

Geboren wurde Bécquer 1836 in Sevilla. Im Alter von fünf Jahren verlor er seine Mutter, Joaquina de la Bastida y Vargas, die acht Waisenkinder hinterließ. Weniger als fünf Jahre später starb auch sein Vater, José Domínguez Bécquer, ein in Sevilla sehr bekannter und angesehener Maler. Dieser hatte den Künstlernamen Bécquer verwendet, der angeblich auf flämische Wurzeln zurückgeht; daher rührt auch die Schreibweise „Becker“. Der Junge wurde von seiner Taufpatin aufgenommen und lebte bis 1854 in Sevilla.

Danach entschied sich Bécquer für ein Literaturstudium und versuchte sein Glück in der Hauptstadt Madrid. In dieser Zeit veröffentlichte er Artikel in Lokalzeitungen und Zeitschriften, doch der Erfolg blieb aus. Um Geld zu verdienen, arbeitete er für die Dirección de Bienes Nacionales. Er wurde jedoch bald entlassen, als ihn sein Vorgesetzter beim Zeichnen einiger Szenen aus Shakespeares Werken ertappte.

1858 hielt er sich wieder in Sevilla auf, wo er wegen einer Erkrankung – Tuberkulose oder Syphilis – nicht arbeiten konnte. In dieser Zeit festigte sich seine Beziehung zu seinem Bruder Valeriano, der wie der Vater Maler geworden war. 1861 heiratete Bécquer. Der Ehe entstammten zwei Kinder, doch sie verlief unglücklich, und es kam zur Trennung. Von 1864 bis 1868 arbeitete er als Zensor für Romane, ging dabei aber nachlässig vor und geriet deshalb in die Kritik. Mit 34 Jahren starb er 1870 in Madrid an Tuberkulose.


Literarische Merkmale

Obwohl Bécquer zu einer Zeit lebte, in der sich in Spanien der Realismus durchgesetzt hatte, lassen sich seine Werke noch der Romantik zuordnen. Mit ihm erreichte die romantische Poesie einen späten Höhepunkt, als sie im übrigen Europa längst als überholt galt. Seine Gedichte, die von Heinrich Heine beeinflusst sind, wenden sich einer reflektierten Gefühlssprache zu.

Von den schlicht Rimas („Reime“) genannten Gedichten erschienen nur 15 zu seinen Lebzeiten, verstreut in verschiedenen Zeitungen. Das Manuskript ging in den Unruhen der Septemberrevolution von 1868 verloren und musste vom Autor mit Hilfe von Freunden wieder rekonstruiert werden. Auch dieses zweite Manuskript, genannt Libro de los gorriones (Buch der Sperlinge), ging verloren und wurde erst 1914 wiedergefunden. Die Gedichte berichten von Verlust und Vergänglichkeit, strahlen Einfachheit und Leichtigkeit aus und kreisen um die Liebe. Es sind „überarbeitete Gefühle“, Ideen über Gefühle: Das lyrische Ich sucht das Absolute und Unmögliche, weshalb Bécquer auch „Dichter der unmöglichen Liebe“ genannt wird. Die Grundstimmung ist durchweg melancholisch. Entgegen dem Titel handelt es sich nicht um durchgehend gereimte Verse, denn die Assonanz ersetzt zunehmend den Endreim. Seine Sprache ist frei von Rhetorik und Pathos und unterscheidet sich damit vom Überschwang, der die spanische Romantik sonst prägte, etwa bei José de Espronceda.

In den 18 bis 22 Prosalegenden der Leyendas herrscht eine spukhafte Atmosphäre, die an E. T. A. Hoffmann erinnert. Hier erweist sich Bécquer als vorzüglicher Novellist und als Vorläufer der phantastischen Literatur. Es geht um „unerhörte Begebenheiten“, oft mit Horroreffekten, um das Geheimnisvolle und Unerklärliche. Der Autor zeigt ein psychologisches Interesse an Wahnsinn, Angst und neurotischer Zwangsvorstellung. Die Texte sind in poetischer Prosa geschrieben, in einem traumhaften Ambiente und in der Tradition der Schauerromantik; oft sind sie in Rahmenerzählungen eingebettet.


Rezeption

Zu Lebzeiten war Bécquer nur wenig bekannt, denn die meisten seiner Arbeiten wurden erst nach seinem Tod von Freunden veröffentlicht. Erst postum gaben diese die beiden Bände Rimas y Leyendas heraus, vor allem, um der Witwe aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu helfen. Die ursprüngliche Sammlung wurde mit der Zeit um weitere Gedichte ergänzt; die Ausgabe der Colección Austral umfasst 76 Stücke.

Über sein Werk hinaus wirkte Bécquer auf die spanische Dichtung nach: Er hat die Entwicklung der modernen spanischen Lyrik hin zu Juan Ramón Jiménez oder Antonio Machado überhaupt erst möglich gemacht. Seine Rimas wurden von Komponisten wie Isaac Albéniz und Joaquín Turina vertont. Ins Deutsche wurden seine Gedichte und Legenden mehrfach übertragen, etwa in der zweisprachigen Ausgabe Der Dichter, die Liebe, die Einsamkeit, der Tod sowie in Sammlungen wie Das Teufelskreuz und Die grünen Augen.

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