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Werkseintrag · Das Skizzenbuch
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Cover Das Skizzenbuch
Das Skizzenbuch
1820
– Werkseintrag –

Das Skizzenbuch

1820 · Prosa

In den Skizzen eines reisenden Amerikaners über England stehen jene Erzählungen, die als erste Kurzgeschichten der amerikanischen Literatur gelten.

Überblick↑

Das Werk The Sketch Book of Geoffrey Crayon, Gent., auf Deutsch Das Skizzenbuch, ist eine Sammlung kurzer Prosatexte des amerikanischen Schriftstellers Washington Irving. Die einzelnen Stücke werden „sketches“ genannt, also Skizzen. Sie erschienen in den Jahren 1819 und 1820. Besondere Bedeutung hat die Sammlung, weil sie drei Erzählungen enthält, die gemeinhin als erste Kurzgeschichten der amerikanischen Literatur gelten: Rip Van Winkle, The Legend of Sleepy Hollow und The Spectre Bridegroom.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Durch das Buch führt Geoffrey Crayon, eine erfundene Erzählerfigur, hinter der Washington Irving selbst steht. Als amerikanischer Reisender hält Crayon seine Eindrücke aus England in einer Reihe kurzer Prosastücke fest. Manche dieser Skizzen sind betrachtend und essayistisch, andere erzählen eine kleine Geschichte. Der Zusammenhalt entsteht nicht durch eine fortlaufende Handlung, sondern allein durch die Person des Erzählers, der die Stücke aneinanderreiht. Zwischen die Betrachtungen sind einige Erzählungen eingestreut. Drei von ihnen wurden berühmt: Rip Van Winkle, The Legend of Sleepy Hollow und The Spectre Bridegroom. Wer das Buch noch vor sich hat, darf sich auf eine bunte Folge einzelner Bilder freuen, die man auch für sich lesen kann.

Die Handlung im Detail↑

Als lose Folge selbständiger Stücke ist das Skizzenbuch angelegt. Die Texte erschienen in Amerika zunächst über einen Zeitraum von rund anderthalb Jahren in sieben Einzelheften, mit je drei oder vier Skizzen pro Heft. Zusammengehalten werden die Stücke nur durch die erfundene Erzählerstimme Geoffrey Crayons, nicht durch einen durchgehenden Erzählstrang.

Zwei Arten von Texten stehen nebeneinander. Die einen sind essayistische Skizzen, in denen der reisende Amerikaner das Land, seine Menschen und seine Eindrücke beschreibt. Die anderen sind eigenständige Erzählungen. Aus dieser zweiten Gruppe ragen drei Stücke heraus: Rip Van Winkle, The Legend of Sleepy Hollow und The Spectre Bridegroom. Gerade diese drei Erzählungen sicherten dem Buch seinen Platz in der Literaturgeschichte, denn sie gelten als die ersten Kurzgeschichten der amerikanischen Literatur.

Im Jahr 1848 überarbeitete Irving das Skizzenbuch für eine neue Auflage bei seinem Verleger George Palmer Putnam. Er änderte die Reihenfolge der Skizzen und fügte zwei neue Texte hinzu: A Sunday in London und London Antiques. Auf dieser vom Autor durchgesehenen Fassung beruhen die meisten späteren Ausgaben.

Stil↑

Kennzeichnend ist die kurze Form. Irving schreibt keine großen zusammenhängenden Werke, sondern knappe Prosastücke, eben „sketches“. Als verbindendes Mittel dient die Maske des Erzählers Geoffrey Crayon, einer erfundenen Gestalt, in deren Namen der Autor spricht. Dadurch bekommt das Buch einen persönlichen, aus einer Sicht erzählten Ton. Betrachtende Skizze und eingestreute Erzählung stehen dicht beieinander, so dass sich Beobachtung und Geschichte im Wechsel ablösen.

Rezeption↑

Für die Literaturgeschichte ist das Skizzenbuch vor allem wegen seiner drei Erzählungen wichtig geblieben. Rip Van Winkle, The Legend of Sleepy Hollow und The Spectre Bridegroom gelten gemeinhin als die ersten Kurzgeschichten der amerikanischen Literatur. In Buchform wurde die Sammlung 1820 in zwei Bänden herausgebracht, zuerst in London bei einem der angesehensten englischen Literaturverlage, dem Verlag von Murray, und nur kurz darauf in New York. Mit der raschen englischen Ausgabe wollte Irving Verluste durch unerlaubte Nachdrucke gering halten. Dass er das Buch 1848 noch einmal überarbeitete und erweiterte, zeigt, wie lebendig sein Erfolg blieb. Auch ins Deutsche fand die Sammlung ihren Weg, etwa als Gottfried Crayon's Skizzenbuch und später unter anderem in Reclams Universal-Bibliothek.

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