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Werkseintrag · Das Verhängnis der Liebe
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Das Verhängnis der Liebe
1862
– Werkseintrag –

Das Verhängnis der Liebe

1862 · Roman

Camilo Castelo Branco schrieb die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen den Kindern zweier verfeindeter Familien in nur fünfzehn Tagen im Gefängnis nieder – und schuf damit einen seiner bekanntesten Romane.

Überblick

Mit Amor de Perdição schuf der portugiesische Schriftsteller Camilo Castelo Branco einen seiner bekanntesten Romane. Das Werk erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen Simão Botelho und Teresa de Albuquerque, deren Familien einander in Feindschaft verbunden sind. Camilo schrieb es 1861 in nur fünfzehn Tagen, während er selbst im Gefängnis von Porto saß. Der Roman erschien 1862 mit dem Untertitel „Memórias duma Família" – Erinnerungen einer Familie. Bis heute gilt er als das Hauptwerk seines Verfassers und als eines der wichtigsten Werke der portugiesischen Romantik.

Inhalt (ohne Spoiler)

Im Mittelpunkt steht die Liebe zwischen Simão Botelho und Teresa de Albuquerque, zwei jungen Menschen aus dem portugiesischen Landadel. Simão ist etwa siebzehn Jahre alt und studiert in Coimbra, Teresa noch jünger und die einzige Tochter ihres Vaters. Ihre Familien leben in Viseu und sind seit einem Rechtsstreit verfeindet. Fast gegen ihren Willen entbrennt zwischen den beiden eine Leidenschaft, die von beiden Vätern erbittert bekämpft wird. Erschwerend tritt Teresas Vetter Baltazar auf, der sie um jeden Preis heiraten will und dabei von ihrer Familie unterstützt wird. Als Teresa sich weigert, wird sie in ein Kloster gebracht, während Simão verzweifelt versucht, sie zu sehen. Von hier aus treibt der Roman den Konflikt zwischen Liebe, Familienstolz und väterlicher Macht mit unerbittlicher Wucht voran.

Die Handlung im Detail

Die Handlung spielt in Coimbra, wo Simão studiert, und in Viseu, wo die beiden verfeindeten Familien leben. Simão Botelho ist der Sohn des Richters Domingos Botelho, Teresa de Albuquerque die einzige Tochter des Landadligen Tadeu de Albuquerque. Beide Familien stammen aus altem Geschlecht, doch die Väter hassen einander wegen eines Rechtsstreits. Zusätzlich eckt Simão an, weil er sich lieber unter einfachen Leuten bewegt als in seinem Stand – eine Neigung, die man ihm in der eigenen Familie vorhält.

Die Liebe zwischen Simão und Teresa wächst beinahe unwillkürlich. Kaum ist sie entdeckt, wird sie von beiden Vätern bekämpft. Teresas Vetter Baltazar drängt darauf, sie zu heiraten, und wird darin von ihrer Familie bestärkt. Weil Teresa den Vetter zurückweist, sperrt ihr Vater sie in ein Kloster – zunächst in Viseu, dann in Porto. Simão sucht sie zu sehen, wird aber von der Familie und von Baltazar daran gehindert.

In seiner Verzweiflung, und aus Angst, man könne Teresa zur Ehe mit Baltazar zwingen, nutzt Simão eine Provokation auf offener Straße und tötet den Vetter. Er weigert sich zu fliehen und stellt sich den Behörden. An seiner Seite steht der Schmied João da Cruz, der ihn einst aufgenommen hat und sein treuer Freund geworden ist; dieser kommt im Verlauf der Ereignisse selbst gewaltsam ums Leben. Auch dessen Tochter Mariana, eine junge Dienerin, liebt Simão hingebungsvoll und pflegt ihn in den Tagen der Haft.

Simão wird verurteilt. Sein Vater, den er zunächst gegen sich hatte, setzt sich schließlich – von seiner Frau Rita Preciosa und von Freunden gedrängt – für ihn ein und erreicht, dass das Urteil in zehn Jahre Verbannung nach Portugiesisch-Indien umgewandelt wird. Simão wird an Bord des Schiffes gebracht, das nach Goa auslaufen soll. Vom Hafen aus erblickt er seine Geliebte hinter den Gittern des Klosters.

Teresa stirbt, von Kummer verzehrt. In einem Abschiedsbrief vertröstet sie das Wiedersehen auf den Himmel. Simão, schon dem Tode nah, stirbt kurz darauf an Bord und wird der See übergeben. Auch Mariana, die ihm bis zuletzt gefolgt ist, überlebt den Verlust nicht.

Stil

Erzählt wird der Roman von einem Erzähler, der lange im Hintergrund bleibt und sich erst am Ende zu erkennen gibt – als Neffe Simãos und Sohn von dessen Bruder Manuel Botelho. Dadurch erhält die Geschichte den Charakter einer Familienchronik, wie schon der Untertitel „Memórias duma Família" andeutet. Camilo verarbeitete darin tatsächlich Überlieferungen aus der eigenen Verwandtschaft, unter anderem das Schicksal eines Onkels namens Simão António Botelho, der nach Indien verbannt wurde.

Das Buch entstand 1861 in nur fünfzehn Tagen, während Camilo selbst in Haft saß. Diese Nähe zum eigenen Erleben ist spürbar: An mehreren Stellen tritt Simão gleichsam aus seiner Rolle heraus und wird zur Stimme des Autors. Von der strengen Bauform her gilt der Roman nicht als sein ausgewogenstes Werk, doch als eines der mit der größten Leidenschaft geschriebenen. Camilo verbindet die typischen Motive der Romantik – verbotene Liebe, Kloster, Verbannung, Auflehnung gegen väterliche Willkür – mit einer Maßlosigkeit des Gefühls, die das Buch zum Höhepunkt der zweiten Phase der portugiesischen Romantik macht. Auch Sagen und Bräuche der Landschaft zwischen Douro und Minho fließen ein.

Rezeption

Schon bald nach dem Erscheinen wurde Amor de Perdição zum bekanntesten Buch seines Verfassers. Es gilt als sein Hauptwerk und zählt zu den wichtigsten Romanen der portugiesischen Romantik. Das offizielle Erscheinungsjahr ist 1862; möglicherweise war der Roman aber schon Ende 1861 in Umlauf. Zwei Jahre später schrieb Camilo mit Amor de Salvação ein Gegenstück zu diesem Roman.

In der Folge wurde das Werk vielfach übersetzt – unter anderem ins Italienische, Russische, Englische und Galicische. Die deutsche Ausgabe erschien 1988 unter dem Titel Das Verhängnis der Liebe. Der Stoff wurde außerdem früh für die Bühne bearbeitet und mehrfach verfilmt; zu den Regisseuren der Kinofassungen gehören Manoel de Oliveira und Mário Barroso. 1965 entstand zudem eine Fernsehfassung als Telenovela. Neue, textkritische Ausgaben nach dem ursprünglichen Manuskript erschienen in den 1980er-Jahren.

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